Hier in der Hölle
1866Ob auch trügerische Kühlung Manchmal uns herniederträufel′: Jeder, bleibt er hübsch in Fühlung, Fühlt sich doch als armen Teufel.
Unsre hohen Ofengrade Lassen sich nicht dauernd lindern, Und kein Recht und keine Gnade Gibt sich ab mit Satanskindern.
Keuchen müssen wir und schwitzen, Denn hier leidet′s keine Trägen - In den Pech- und Schwefelhitzen Müssen rastlos wir uns regen:
Müssen, tief in Pein begraben, Selber noch einander quälen - Denn was sollten sonst wir haben Zum Pläsier, wir Höllenseelen?
Anhören
Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Interpretation
Das Gedicht "Hier in der Hölle" von Hanns von Gumppenberg beschreibt die Qualen und das Leid der Höllenbewohner. Es beginnt mit dem Hinweis auf trügerische Kühlung, die die Höllenqualen zwar kurzzeitig mildert, aber nicht wirklich lindert. Jeder fühlt sich trotzdem als "armer Teufel", der in ständiger Fühlung mit dem Bösen steht. Die zweite Strophe verdeutlicht, dass die Höllenqualen nicht von Dauer gelindert werden können. Die hohen Ofengrade symbolisieren die ewige Hitze und das Leiden. Es gibt kein Recht und keine Gnade für die "Satanskinder", die in der Hölle gefangen sind. Sie müssen keuchen und schwitzen, da es hier keine Trägen gibt. In den Pech- und Schwefelhitzen müssen sie rastlos umherwandeln. Die letzte Strophe verdeutlicht, dass die Höllenbewohner selbst noch einander quälen, obwohl sie bereits tief in Pein begraben sind. Dies scheint die einzige Möglichkeit zu sein, um ein wenig Ablenkung und Zerstreuung zu finden. Das Gedicht endet mit der Frage, was die Höllenseelen sonst zum Pläsier haben sollten.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Selber noch einander quälen
- Metapher
- Müssen, tief in Pein begraben
- Parallelismus
- Müssen, tief in Pein begraben, / Selber noch einander quälen
- Personifikation
- Und kein Recht und keine Gnade / Gibt sich ab mit Satanskindern