Heutige Weltkunst
1605Anders sein und anders scheinen; Anders reden, anders meinen; Alles loben, alles tragen, Allen heucheln, stets behagen, Allem Winde Segel geben, Bös′ und Guten dienstbar leben; Alles Tun und alles Dichten Bloß auf eignen Nutzen richten: Wer sich dessen will befleißen, Kann politisch heuer heißen.
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Interpretation
Das Gedicht "Heutige Weltkunst" von Friedrich Freiherr von Logau beschreibt eine Gesellschaft, in der Heuchelei und Anpassung an die jeweiligen Interessen als notwendig erachtet werden. Der Autor kritisiert eine Welt, in der es wichtiger ist, anderen zu gefallen und seinen eigenen Nutzen zu maximieren, als authentisch zu sein und zu seinen Überzeugungen zu stehen. Das Gedicht verdeutlicht, dass in dieser Welt die Fähigkeit, sich ständig anzupassen und verschiedenen Interessen zu dienen, als politische Kunst angesehen wird. Logau betont, dass es in der heutigen Welt darum geht, alles zu loben und zu tragen, allen zu schmeicheln und stets zu gefallen. Diese Anpassungsfähigkeit wird als notwendig erachtet, um in der Gesellschaft erfolgreich zu sein. Der Autor kritisiert jedoch auch die Oberflächlichkeit und den Mangel an Authentizität in dieser Welt. Er beschreibt, wie Menschen anders erscheinen und reden, als sie tatsächlich sind, und wie sie ihre eigenen Interessen über alles stellen. Das Gedicht verdeutlicht, dass in dieser Welt die Kunst des Politischen darin besteht, sich selbst zu bereichern und anderen zu schaden, ohne dabei an moralische oder ethische Grundsätze gebunden zu sein.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Anders sein und anders scheinen
- Anapher
- Allen heucheln, stets behagen
- Chiasmus
- Alles Tun und alles Dichten
- Metapher
- Allen Winde Segel geben
- Oxymoron
- Bös' und Guten dienstbar leben
- Parallelismus
- Anders reden, anders meinen
- Reimschema
- richten: heißen
- Wiederholung
- Alles loben, alles tragen