Heut und Ewig

Johann Wolfgang von Goethe

1832

Unmöglich ists, den Tag dem Tag zu zeigen, Der nur Verworrnes im Verworrnen spiegelt, Und jeder selbst sich fühlt als recht und eigen, Statt sich zu zügeln, nur am andern zügelt; Da ists den Lippen besser, daß sie schweigen, Indes der Geist sich fort und fort beflügelt. Aus Gestern wird nicht Heute; doch Äonen, Sie werden wechselnd sinken, werden thronen.

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Interpretation

Das Gedicht "Heut und Ewig" von Johann Wolfgang von Goethe beschäftigt sich mit der Vergänglichkeit der Zeit und der menschlichen Unfähigkeit, den gegenwärtigen Tag vollständig zu erfassen. Der erste Vers deutet an, dass es unmöglich ist, den heutigen Tag dem vergangenen Tag zu zeigen, da jeder Tag nur das Chaos im Chaos widerspiegelt. Der zweite Vers beschreibt, wie jeder Mensch sich als recht und eigen fühlt, anstatt sich selbst zu zügeln, sondern nur andere zu zügeln. Der dritte Vers legt nahe, dass es besser ist, die Lippen zu schließen und den Geist weiterhin zu beflügeln. Der vierte Vers betont, dass aus dem Gestern nicht das Heute wird, sondern dass Äonen, also lange Zeiträume, wechselnd sinken und thronen werden. Dies deutet darauf hin, dass die Zeit in Zyklen verläuft und dass die Vergangenheit und die Zukunft in einem ständigen Wechselspiel stehen. Das Gedicht vermittelt eine gewisse Resignation gegenüber der Vergänglichkeit der Zeit und der menschlichen Unfähigkeit, sie vollständig zu begreifen. Es regt zum Nachdenken über die Natur der Zeit und die menschliche Existenz an.

Schlüsselwörter

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Wortwolke

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Stilmittel

Antithese
Statt sich zu zügeln, nur am andern zügelt
Hyperbel
Aus Gestern wird nicht Heute; doch Äonen, Sie werden wechselnd sinken, werden thronen
Metapher
Der nur Verworrnes im Verworrnen spiegelt
Personifikation
Indes der Geist sich fort und fort beflügelt