Herzlied
unbekanntIch saß an einem Bache, Der rieselte so mild, Und neben blühten die Bäume Mit Vogelsang erfüllt.
Mein Haupt es lag am Busen Der Allerliebsten mein, Da hört ich ihr Herzchen schlagen So leise, doch so rein.
Es schlugen Nachtigallen Mit ihrem Herzen zur Wett, Und meine Augen schlossen Sich auf dem Busenbett.
Doch nicht des Baches Rieseln, Nicht Vöglein sang mich müd, Es sang ihr schlagend Herzchen Mir sanft ein Schlummerlied.
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Interpretation
Das Gedicht "Herzlied" von Hermann Rollett erzählt von einem intimen Moment der Liebe und Zärtlichkeit. Der Sprecher sitzt an einem Bach, umgeben von blühenden Bäumen und Vogelgesang, und legt seinen Kopf auf die Brust seiner Geliebten. Die Szene ist von einer ruhigen, fast meditativen Atmosphäre durchdrungen, in der die Natur und die menschliche Zuneigung in harmonischem Einklang stehen. Die zweite Strophe konzentriert sich auf das Herz der Geliebten, das sanft und rein schlägt. Dieser Klang wird zum zentralen Element der Erfahrung, das die äußeren Geräusche des Baches und der Vögel übertrifft. Die Nachtigallen, die "mit ihrem Herzen zur Wett" schlagen, symbolisieren den Versuch der Natur, mit der inneren Rhythmik der Liebe zu konkurrieren, doch sie bleiben letztlich bedeutungslos gegenüber dem Herzschlag der Geliebten. Im letzten Vers findet der Sprecher in dem sanften Schlagen des Herzens seiner Liebsten den Weg in den Schlaf. Das Herzlied wird zur Wiegenmelodie, die ihn in einen tiefen, friedlichen Schlaf wiegt. Das Gedicht endet mit der Erkenntnis, dass die wahre Quelle der Ruhe und Geborgenheit nicht in der äußeren Welt, sondern in der Nähe der geliebten Person liegt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Hyperbel
- Und neben blühten die Bäume Mit Vogelsang erfüllt.
- Metapher
- Es sang ihr schlagend Herzchen Mir sanft ein Schlummerlied.
- Personifikation
- Und meine Augen schlossen Sich auf dem Busenbett.
- Vergleich
- Es schlugen Nachtigallen Mit ihrem Herzen zur Wett