Herzlied

Elisabeth Fuhrmann-Paulsen

1879

Sieh, ich schenke, schenke dir mein Herz, das mir sonst nicht feil für alles Gold. Wisse auch: es birgt für dich einen Talisman, stark und hold.

Rastlos schlägt es, schlägt wie eine Uhr. Immer wirst du seine Pulse hören, aber trag mein Herz an nackter Brust, denn es kann Dämonenmacht zerstören.

Lange las ich in dem Buche Zabulon, wo von Weisheit jede Letter trieft, und ich stieg ins tiefe Avalon, wo das Zauberwort entsprießt.

Und da tauchte ich mein Herz, mein Herz in den Strom, der weinrot fließt; und die dunkle Flut ward hell, wie ein Bach, wenn er von Felsen gießt.

Sieh, nun schenk ich dir mein Zauberherz, das erbebt von rätselvollem Saft. Nimm es, du, an deine Brust und ertrage seine Kraft.

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Illustration zu Herzlied

Interpretation

Das Gedicht "Herzlied" von Elisabeth Fuhrmann-Paulsen handelt von der tiefen emotionalen und mystischen Verbindung, die der Sprecher mit seinem Herzen und dem Empfänger des Gedichts teilt. Das Herz wird als kostbares Geschenk dargestellt, das mehr wert ist als Gold und einen schützenden Talisman birgt. Es schlägt unermüdlich wie eine Uhr und hat die Kraft, dämonische Mächte zu zerstören, was seine heilige und schützende Natur unterstreicht. Der zweite Teil des Gedichts taucht in eine mystische Welt ein, in der der Sprecher Weisheit aus dem Buch Zabulon und Magie aus Avalon zieht. Das Herz wird in einen weinroten Strom getaucht, der sich von dunkel zu hell verwandelt, was eine Reinigung oder Transformation symbolisiert. Diese mystische Reise verleiht dem Herz eine magische Kraft, die es zu einem mächtigen und rätselhaften Geschenk macht. Im letzten Teil des Gedichts überreicht der Sprecher sein "Zauberherz" dem Empfänger, das von einem geheimnisvollen Saft erbebt. Der Empfänger wird aufgefordert, dieses Herz an seine Brust zu nehmen und seine Kraft zu ertragen. Das Gedicht endet mit einer Aufforderung zur Annahme und zum Aushalten dieser tiefen, magischen Verbindung, die sowohl eine Last als auch ein Segen ist.

Schlüsselwörter

herz sieh schenke schlägt brust sonst feil gold

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Stilmittel

Alliteration
Dämonenmacht zerstören
Anspielung
Buch Zabulon
Bildsprache
weinrot fließt
Hyperbel
stark und hold
Kontrast
dunkle Flut ward hell
Metapher
mein Herz
Personifikation
Rastlos schlägt es, schlägt wie eine Uhr
Symbolik
Zauberherz
Wiederholung
mein Herz, mein Herz