Herzensseufzer bei dem Genuß der Kreaturen

Gerhard Tersteegen

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Gib, Jesu, daß ich dich genieß In allen deinen Gaben, Bleib du mir einzig ewig süß, Du kannst den Geist nur laben; Mein Hunger geht in dich hinein, Mach du dich innig mir gemein, O Jesu, mein Vergnügen!

O Lebenswort, o Seelenspeis, Mir Kraft und Leben schenke, O Brunnquell reiner Liebe, fleuß, Mein schmachtend Herze tränke, So leb und freu ich mich in dir! Ach, hab auch deine Lust in mir Bis in die Ewigkeiten!

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Illustration zu Herzensseufzer bei dem Genuß der Kreaturen

Interpretation

Das Gedicht "Herzensseufzer bei dem Genuß der Kreaturen" von Gerhard Tersteegen ist ein geistliches Lied, das die Sehnsucht des lyrischen Ichs nach einer tieferen, persönlichen Beziehung zu Jesus Christus zum Ausdruck bringt. Der Sprecher bittet Jesus, ihm nicht nur in den Gaben des Lebens zu begegnen, sondern ihn selbst zum einzigen, ewigen Süßen zu machen. Die Kreaturen, also die Dinge und Freuden der Welt, werden als Mittel gesehen, durch die der Gläubige Jesus erfahren kann, doch sie können den Geist nicht wirklich laben – nur Jesus selbst kann das. In den folgenden Strophen vertieft sich die Anrufung Jesu als Lebenswort und Seelenspeise. Der Sprecher sehnt sich danach, durch Jesus Kraft und Leben zu empfangen, wie durch Nahrung und Trank. Die Metapher des Brunnquells reiner Liebe verdeutlicht die unendliche, erfrischende und reinigende Kraft der göttlichen Liebe, die das schmachtende Herz tränken soll. Der Wunsch, in Jesus zu leben und sich in ihm zu freuen, zeigt die tiefe Verbundenheit und das Verlangen nach Gemeinschaft mit dem Göttlichen. Im abschließenden Vers betont der Sprecher den Wunsch, dass Jesu Lust – also seine Freude und sein Wille – auch in ihm selbst bis in alle Ewigkeit gegenwärtig sei. Das Gedicht vermittelt somit eine innige, andächtige Hingabe und die Hoffnung auf ewiges, glückliches Leben in der Gemeinschaft mit Gott.

Schlüsselwörter

jesu gib genieß allen gaben bleib einzig ewig

Wortwolke

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Stilmittel

Anapher
O Lebenswort, o Seelenspeis, mir Kraft und Leben schenke
Apostrophe
Gib, Jesu, daß ich dich genieß
Bildsprache
Mein schmachtend Herze tränke
Hyperbel
Bis in die Ewigkeiten
Metapher
O Brunnquell reiner Liebe
Parallelismus
Mach du dich innig mir gemein, O Jesu, mein Vergnügen!
Personifikation
O Lebenswort, o Seelenspeis