Herr Salzmann-Zwei, in Alexandrinern
unknownBei Tische wird ein Fisch: Herr Salzmann-Zwei, verspeist. Er stellt es sich kaum vor. Dann sagt er, wie er heißt. Das heißt: er stellt sich vor. Zwar sind die Fische stumm, Doch kümmert dieser Snob von Fisch sich nicht darum. Bequemten sich denn je die Allerweltsverhöhner Gesetzen der Natur? Das wäre ja noch schöner! Visitenkarten sind Herrn Salzmann nicht zur Hand: So macht er mündlich sich der, die ihn isst, bekannt. Es nennt die, die ihn isst, sich: Fräulein Grete Chlor. Das heißt: sie nennt sich nicht! Wer stellt sich Fischen vor? Und eine Gräte ist im Munde dieser Dame. Jedoch in Gretes Mund nennt sich des Fisches Name. Der Fisch sagt: “Salzmann-Zwei!” War je ein Fisch correcter? Und doch: wie incorrect! In Gretes Munde steckt er! Wie denn? Er ganz? O nein! Von ihm ein kleiner Teil! Fast eine Gräte nur! Selbst die ist kaum noch heil. Anstatt der Vorstellung: “Salzmann, durch Hundertdrei”, Behauptet dies Gerät, dass es noch “Salzmann” sei! Der Fisch ist stumm. Und dies, ein Fisches-Hundertdrittel, In Grete Gräte nur, weist mit dem letzten Mittel Auf sein Gewesensein! Muss Grete sich verschlucken? Ach, kaum gelingt es ihr, die Gräte auszuspucken! - Der Dame blieb seither, wie sehr sie auch von Welt, Die Vorstellung von Fisch doch irgendwie vergällt.
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Interpretation
Das Gedicht "Herr Salzmann-Zwei, in Alexandrinern" von Ferdinand Hardekopf handelt von einem Fisch namens Herr Salzmann-Zwei, der von einer Dame namens Fräulein Grete Chlor verspeist wird. Der Fisch ist sich seiner Situation kaum bewusst und stellt sich vor, indem er seinen Namen nennt. Obwohl die Fische stumm sind, kümmert sich der Snob von Fisch nicht darum. Herr Salzmann-Zwei ist höflich und korrekt, aber seine Vorstellung wird durch die Tatsache, dass er sich in Gretes Mund befindet, als inkorrekt dargestellt. Die Dame verschluckt sich an einer Gräte und der Fisch, der nur noch ein kleiner Teil von sich selbst ist, weist mit seinem letzten Mittel auf sein Gewesensein hin. Es gelingt ihr kaum, die Gräte auszuspucken. Seit diesem Vorfall ist die Dame, wie sehr sie auch von Welt ist, von der Vorstellung von Fisch irgendwie vergiftet. Das Gedicht zeigt die Absurdität der menschlichen Gesellschaft und die Ironie der Situation, in der sich der Fisch befindet. Es verdeutlicht auch die Fragilität des Lebens und wie schnell es enden kann. Hardekopf verwendet eine humorvolle und ironische Sprache, um die Leser zum Nachdenken über die menschliche Natur und die Gesellschaft anzuregen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Anstatt der Vorstellung: 'Salzmann, durch Hundertdrei'
- Anspielung
- Anstatt der Vorstellung: 'Salzmann, durch Hundertdrei'
- Enjambement
- Der Fisch ist stumm. Und dies, ein Fisches-Hundertdrittel,
- Hyperbel
- Wie incorrect! In Gretes Munde steckt er!
- Ironie
- Bequemten sich denn je die Allerweltsverhöhner Gesetzen der Natur? Das wäre ja noch schöner!
- Kontrast
- Und doch: wie incorrect! In Gretes Munde steckt er!
- Metapher
- Bei Tische wird ein Fisch: Herr Salzmann-Zwei, verspeist.
- Personifikation
- Doch kümmert dieser Snob von Fisch sich nicht darum.
- Rhetorische Frage
- Wer stellt sich Fischen vor?
- Wiederholung
- Das heißt: er stellt sich vor.