Herbstlied
1834Bunt sind schon die Wälder, Gelb die Stoppelfelder, Und der Herbst beginnt. Rote Blätter fallen, Graue Nebel wallen, Kühler weht der Wind.
Wie die volle Traube, Aus dem Rebenlaube, Purpurfarbig strahlt! Am Geländer reifen Pfirsiche mit Streifen Rot und weiß bemalt.
Sieh! Wie hier die Dirne Emsig Pflaum′ und Birne In ihr Körbchen legt! Dort, mit leichten Schritten, Jene goldne Quitten In den Landhof trägt!
Flinke Träger springen, Und die Mädchen singen, Alles jubelt froh! Bunte Bänder schweben, Zwischen hohen Reben, Auf dem Hut von Stroh!
Geige tönt und Flöte Bei der Abendröte Und im Mondenglanz; Junge Winzerinnen Winken und beginnen Deutschen Ringeltanz.
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Interpretation
Das Gedicht "Herbstlied" von Johann Gaudenz von Salis-Seewis beschreibt den Einzug des Herbstes in die Natur und das Leben der Menschen. Es beginnt mit der Veränderung der Landschaft, die sich in bunten Farben und kühlem Wind zeigt. Die Felder sind gelb, die Wälder bunt, und die Blätter fallen von den Bäumen. Die Stimmung ist von einer gewissen Melancholie geprägt, die jedoch durch die Aktivitäten der Menschen, wie das Ernten von Trauben, Pfirsichen und Quitten, gemildert wird. Das zweite und dritte Gedichtstück zeigen die Menschen bei der Ernte und bei der Verarbeitung der Früchte. Die Dirnen sammeln Pflaumen und Birnen in ihre Körbe, während andere Mädchen Quitten zum Landhof tragen. Die Stimmung ist lebhaft und fröhlich, und die Menschen singen und tanzen. Die Träger springen flink, und die Mädchen tragen bunte Bänder auf ihren Strohhüten. Das letzte Gedichtstück beschreibt die Abendstimmung, in der die Geige und Flöte erklingen und die jungen Winzerinnen den deutschen Ringeltanz beginnen. Die Stimmung ist von einer gewissen Romantik geprägt, und die Menschen genießen die Schönheit der Natur und die Freuden des Lebens. Das Gedicht endet mit einem Hauch von Melancholie, der jedoch durch die Fröhlichkeit der Menschen gemildert wird.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Klangfiguren
- Deutschen Ringeltanz
- Kontrast
- Rot und weiß bemalt
- Metapher
- Wie die volle Traube
- Personifikation
- Graue Nebel wallen
- Sinnlichkeit
- Bei der Abendröte