Herbstgefühl

Friedrich Hebbel

1863

Grünen, Blühen, Duften, Glänzen, Reichstes Leben ohne Grenzen, Alles steigernd, nirgends stockend. Selbst die kühnsten Wünsche lockend:

Ja, da kann ich wohl zerfließen, Aber nimmermehr genießen; Solche Flügel tragen weiter Als zur nächsten Kirschbaum-Leiter.

Doch, wenn rot die Blätter fallen, Kühl die Nebelhauche wallen, Leis durchschauernd, nicht erfrischend, In den warmen Wind sich mischend:

Dann vom Endlos-Ungeheuren Flücht′ ich gern zum Menschlich-Teuren, Und in einer ersten Traube Sieht die Frucht der Welt mein Glaube.

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Illustration zu Herbstgefühl

Interpretation

Das Gedicht "Herbstgefühl" von Friedrich Hebbel beschreibt die unterschiedlichen Empfindungen, die der Sprecher in verschiedenen Jahreszeiten erfährt. Im ersten Teil des Gedichts wird der Sommer als eine Zeit des Überflusses und der Fülle dargestellt, in der das Leben in voller Blüte steht. Der Sprecher fühlt sich jedoch von dieser Fülle überwältigt und kann sie nicht wirklich genießen. Im zweiten Teil des Gedichts wird der Herbst als eine Zeit der Ruhe und Besinnlichkeit beschrieben. Die fallenden Blätter und die kühlen Nebelhauche schaffen eine Atmosphäre der Melancholie und des Rückzugs. Der Sprecher findet Trost in den menschlichen Beziehungen und der Liebe, die ihm Halt und Geborgenheit geben. Die erste Traube, die er sieht, symbolisiert die Hoffnung und den Glauben an die Zukunft. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine tiefere Bedeutung über den Kreislauf des Lebens und die verschiedenen Phasen, die wir durchlaufen. Es zeigt, wie wir uns in verschiedenen Lebensphasen fühlen und wie wir uns anpassen und weiterentwickeln. Das Gedicht lädt den Leser dazu ein, über die Schönheit und Vergänglichkeit des Lebens nachzudenken und die Bedeutung der menschlichen Beziehungen und der Hoffnung zu erkennen.

Schlüsselwörter

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Wortwolke

Wortwolke zu Herbstgefühl

Stilmittel

Alliteration
Grünen, Blühen, Duften, Glänzen
Hyperbel
Solche Flügel tragen weiter als zur nächsten Kirschbaum-Leiter
Kontrast
Doch, wenn rot die Blätter fallen
Metapher
Endlos-Ungeheuren
Parallelismus
Grünen, Blühen, Duften, Glänzen