Herbstgefühl

Martin Greif

1911

Wie ferne Tritte hörst du ′s schallen, Doch weit umher ist nichts zu sehn, Als wie die Blätter träumend fallen Und rauschend mit dem Wind verwehn.

Es dringt hervor wie leise Klagen, Die immer neuem Schmerz entstehn, Wie Wehruf aus entschwundnen Tagen, Wie stetes Kommen und Vergehn.

Du hörst, wie durch der Bäume Gipfel Die Stunden unaufhaltsam gehn, Der Nebel regnet in die Wipfel, Du weinst und kannst es nicht verstehn.

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Illustration zu Herbstgefühl

Interpretation

Das Gedicht "Herbstgefühl" von Martin Greif thematisiert die melancholische Stimmung des Herbstes und die damit verbundenen Gefühle von Vergänglichkeit und Trauer. Der Herbst wird als eine Zeit des Übergangs und des Nachdenkens dargestellt, in der die Natur langsam einschläft und der Mensch über die Vergänglichkeit des Lebens nachdenkt. Der erste Teil des Gedichts beschreibt die Geräusche und visuellen Eindrücke des Herbstes. Die "fernen Tritte" könnten die Schritte der Zeit symbolisieren, die langsam voranschreitet. Die fallenden Blätter, die mit dem Wind verwehen, stehen für die Vergänglichkeit des Lebens und die Unausweichlichkeit des Wandels. Im zweiten Teil des Gedichts werden die emotionalen Aspekte des Herbstgefühls vertieft. Die "leisen Klagen" und der "Wehruf aus entschwundnen Tagen" könnten die Trauer über vergangene Zeiten und verlorene Möglichkeiten ausdrücken. Der ständige Kreislauf von "Kommen und Vergehn" unterstreicht die Unausweichlichkeit des Wandels und der Vergänglichkeit. Der letzte Teil des Gedichts betont die Unaufhaltsamkeit der Zeit und die damit verbundene Trauer. Die "Stunden, die unaufhaltsam gehen" könnten die unaufhaltsame Vorwärtsbewegung der Zeit symbolisieren. Der Nebel, der in die Baumwipfel regnet, könnte die Traurigkeit und Melancholie symbolisieren, die sich im Herbst einstellt. Der letzte Vers, "Du weinst und kannst es nicht verstehn", drückt die tiefe Traurigkeit und das Unverständnis über die Vergänglichkeit des Lebens aus, die oft mit dem Herbstgefühl einhergehen.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Metapher
Wie stetes Kommen und Vergehn
Personifikation
Der Nebel regnet in die Wipfel