Herbst-Gefühl

Karl von Gerok

1815

Müder Glanz der Sonne! Blasses Himmelblau! Von verklungner Wonne Träumet still die Au.

An der letzten Rose Löset lebenssatt Sich der letzte lose, Bleiche Blumenblatt!

Goldenes Entfärben Schleicht sich durch den Hain! Auch Vergehn′n und Sterben Däucht mir süß zu sein.

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Illustration zu Herbst-Gefühl

Interpretation

Das Gedicht "Herbst-Gefühl" von Karl von Gerok beschreibt die Stimmung und Atmosphäre des Herbstes. Es beginnt mit einer Beschreibung der müden Sonne und des blassen Himmelblaus, die eine melancholische Stimmung vermitteln. Die Natur scheint in einen Zustand der Ruhe und Träumerei zu verfallen, während die Wonne des Sommers verklungen ist. Im zweiten Teil des Gedichts wird die letzte Rose erwähnt, deren letztes welkes Blütenblatt sich löst. Dies symbolisiert das Ende des Lebens und die Vergänglichkeit der Schönheit. Die Rose steht hier stellvertretend für die gesamte Natur, die sich langsam auf den Winter vorbereitet. Der letzte Teil des Gedichts beschreibt das goldene Entfärben der Blätter im Wald. Dieses Verfärben wird als eine Art Verklärung des Vergehens und Sterbens dargestellt. Der Sprecher findet einen süßen Reiz in diesem Prozess der Veränderung und des Abschieds. Das Gedicht endet mit einer positiven Note, die den Kreislauf des Lebens und die Schönheit des Wandels betont.

Schlüsselwörter

müder glanz sonne blasses himmelblau verklungner wonne träumet

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Stilmittel

Alliteration
Müder Glanz der Sonne, Blasses Himmelblau
Hyperbel
An der letzten Rose
Metapher
Goldenes Entfärben
Parallelismus
Auch Vergehn'n und Sterben
Personifikation
Träumet still die Au
Symbolik
Herbst-Gefühl