Herbst
1888Der du die Wälder färbst, Sonniger, milder Herbst, Schöner als Rosenblüh’n Dünkt mir dein sanftes Glüh’n.
Nimmermehr Sturm und Drang, Nimmermehr Sehnsuchtsklang; Leise nur athmest du Tiefer Erfüllung Ruh'.
Aber vernehmbar auch Klaget ein scheuer Hauch, Der durch die Blätter weht: Daß es zu Ende geht.
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Interpretation
Das Gedicht "Herbst" von Ferdinand Ludwig Adam von Saar beschreibt den Herbst als eine Jahreszeit voller Schönheit und sanfter Ruhe. Der Dichter preist den Herbst als schöner als die Blüte der Rosen, wobei das sanfte Glühen der Sonne eine friedliche und erfüllte Atmosphäre schafft. Im Gegensatz zu den turbulenten Zeiten des Sturms und der Sehnsucht bringt der Herbst eine tiefe Ruhe und Gelassenheit. In der zweiten Strophe wird die Leichtigkeit und Sanftheit des Herbstes betont. Der Herbst atmet leise und bringt eine tiefe Erfüllung in Form von Ruhe. Doch selbst in dieser friedlichen Stimmung ist ein Hauch von Melancholie spürbar. Ein leises Klagen durchzieht die Blätter, das darauf hinweist, dass alles zu Ende geht. Dies verleiht dem Gedicht eine bittersüße Note, da die Schönheit des Herbstes mit dem Bewusstsein des unausweichlichen Endes einhergeht. Die dritte Strophe fängt die Dualität des Herbstes ein: einerseits die Freude über seine Schönheit und Ruhe, andererseits die Traurigkeit über den bevorstehenden Abschied. Der Herbst wird als eine Zeit der Erfüllung dargestellt, aber auch als eine Zeit des Abschieds und des Vergehens. Diese Ambivalenz macht das Gedicht zu einer tiefgründigen Reflexion über die Vergänglichkeit der Natur und des Lebens.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Kontrast
- Nimmermehr Sturm und Drang, Nimmermehr Sehnsuchtsklang
- Metapher
- Tiefer Erfüllung Ruh'
- Personifikation
- Klaget ein scheuer Hauch
- Symbolik
- Daß es zu Ende geht