Herbst
1833Rings ein Verstummen, ein Entfärben: Wie sanft den Wald die Lüfte streicheln, Sein welkes Laub ihm abzuschmeicheln; Ich liebe dieses milde Sterben.
Von hinnen geht die stille Reise, Die Zeit der Liebe ist verklungen, Die Vögel haben ausgesungen, Und dürre Blätter sinken leise.
Die Vögel zogen nach dem Süden, Aus dem Verfall des Laubes tauchen Die Nester, die nicht Schutz mehr brauchen, Die Blätter fallen stets, die müden.
In dieses Waldes leisem Rauschen Ist mir als hör′ ich Kunde wehen, daß alles Sterben und Vergehen Nur heimlich still vergnügtes Tauschen.
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Interpretation
Das Gedicht "Herbst" von Nikolaus Lenau beschreibt die melancholische Stimmung des Herbstes, in der die Natur in einen sanften Sterbeprozess übergeht. Der erste Vers "Rings ein Verstummen, ein Entfärben" deutet auf die Stille und die Verfärbung der Blätter hin. Die Lüfte streicheln den Wald und "schmeicheln" ihm das welke Laub ab, was den sanften Übergang zum Winter symbolisiert. Der Sprecher liebt dieses "milde Sterben", was eine gewisse Schönheit und Akzeptanz in diesem Prozess impliziert. Im zweiten Vers wird die "stille Reise" des Herbstes weiter beschrieben. Die Zeit der Liebe ist vorbei, die Vögel haben aufgehört zu singen, und die trockenen Blätter fallen leise zu Boden. Dies vermittelt ein Gefühl von Abschied und Verlust, aber auch von Ruhe und Frieden. Die Natur scheint sich auf den Winter vorzubereiten, indem sie sich langsam zurückzieht und zur Ruhe kommt. Im letzten Vers wird der Prozess des Herbstes weiter vertieft. Die Vögel sind in den Süden gezogen, und aus dem Verfall der Blätter tauchen die Nester auf, die keinen Schutz mehr benötigen. Die Blätter fallen stetig und müde zu Boden. Der Sprecher hört in dem sanften Rauschen des Waldes eine Botschaft, dass alles Sterben und Vergehen nur ein "heimlich still vergnügtes Tauschen" ist. Dies deutet darauf hin, dass der Herbst als Teil eines natürlichen Kreislaufs betrachtet wird, in dem der Tod nur eine vorübergehende Veränderung ist, die letztendlich zu neuem Leben führt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Metapher
- daß alles Sterben und Vergehen Nur heimlich still vergnügtes Tauschen
- Personifikation
- Die Nester, die nicht Schutz mehr brauchen