Herbst

Gerrit Engelke

1921

Um die Großstadt sinkt die Welt in Schlaf. Felder gilben, Wälder ächzen überall. Wie Blätter fallen draußen alle Tage, Vom Zeitwind weggeweht.

Ob Ebene und Wald in welkes Sterben fallen, Ob draußen tost Vergänglichkeit, Im Stadtberg brüllen Straßen, Hämmer hallen: Die Stadt dampft heiß in Unrast ohne Zeit.

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Illustration zu Herbst

Interpretation

Das Gedicht "Herbst" von Gerrit Engelke beschreibt den Kontrast zwischen der Natur, die in den Herbst übergeht und sich auf den Winter vorbereitet, und der Stadt, die weiterhin in ihrer eigenen Dynamik verharrt. Im ersten Teil des Gedichts malt Engelke ein Bild vom Herbst in der Natur. Die Felder werden gelb, die Wälder ächzen unter der Last des Herbstes. Die Blätter fallen von den Bäumen, weggeweht vom Wind der Zeit. Es herrscht eine Atmosphäre des Sterbens und Vergehens. Im zweiten Teil des Gedichts wird die Stadt als Gegenpol zur Natur beschrieben. Während die Natur sich auf den Winter vorbereitet, bleibt die Stadt in ihrer Unruhe und Hitze bestehen. Die Straßen brüllen, die Hämmer hallen, die Stadt dampft ohne Zeitgefühl. Es scheint, als ob die Stadt von den Jahreszeiten unberührt bleibt und in ihrer eigenen Dynamik gefangen ist.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Metapher
Die Stadt dampft heiß in Unrast ohne Zeit
Personifikation
Ob draußen tost Vergänglichkeit
Vergleich
Wie Blätter fallen draußen alle Tage