Herbst

Detlev von Liliencron

1844

Astern blühen schon im Garten; Schwächer trifft der Sonnenpfeil Blumen die den Tod erwarten Durch des Frostes Henkerbeil.

Brauner dunkelt längst die Haide, Blätter zittern durch die Luft. Und es liegen Wald und Weide Unbewegt im blauen Duft.

Pfirsich an der Gartenmauer, Kranich auf der Winterflucht. Herbstes Freuden, Herbstes Trauer, Welke Rosen, reife Frucht.

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Illustration zu Herbst

Interpretation

Das Gedicht "Herbst" von Detlev von Liliencron beschreibt die melancholische Stimmung des Herbstes. Die erste Strophe zeigt die Vorbereitung der Natur auf den Winter, symbolisiert durch die Asternblüte und den schwächeren Sonnenpfeil. Die Blumen, die den Tod erwarten, werden durch den Frost, dargestellt als Henkerbeil, getötet. Die zweite Strophe setzt die Beschreibung der herbstlichen Landschaft fort. Die braune Haide und die fallenden Blätter vermitteln ein Gefühl von Verfall und Vergänglichkeit. Die Wälder und Weiden liegen unbewegt im blauen Duft, was eine Stille und Ruhe suggeriert. Die letzte Strophe präsentiert einen Kontrast zwischen den Herbstfreuden und -trauern. Der Pfirsich an der Gartenmauer und der Kranich auf der Winterflucht symbolisieren die letzten Früchte und die Vögel, die sich auf den Winter vorbereiten. Die welken Rosen und die reife Frucht stehen für das Ende des Lebens und die Vollendung des Wachstums.

Schlüsselwörter

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Wortwolke

Wortwolke zu Herbst

Stilmittel

Kontrast
Herbstes Freuden, Herbstes Trauer
Metapher
Blauer Duft
Personifikation
Blumen die den Tod erwarten