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Henrik Ibsen †

Von

Du wirst nicht umgegossen,
Knopfgießer hütet sich sehr –
Du bleibst, in dir geschlossen,
Ein Erzbild, ragend am Meer!
Und die zu starr dich fanden,
Die draußen in Wind und Flut
Dein Schauen nicht verstanden:
Sie werden bei dir noch landen –
Sie steuern nach irrem Schweifen
Zu dir, wenn sie begreifen,
Was groß und wahr und gut.

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Gedicht: Henrik Ibsen † von Hanns von Gumppenberg

Kurze Interpretation des Gedichts

Das Gedicht „Henrik Ibsen †“ von Hanns von Gumppenberg ist eine Hommage an den norwegischen Dramatiker Henrik Ibsen, die ihn in einem kraftvollen Bild als dauerhaftes, unvergängliches Kunstwerk würdigt. Das Gedicht verwendet Metaphern und Symbole, um die Bedeutung und den bleibenden Einfluss von Ibsens Werk zu veranschaulichen. Die ersten vier Verse etablieren das zentrale Motiv: Ibsen wird als „Erzbild“ am Meer dargestellt, das nicht „umgegossen“ werden kann.

Die Verwendung des Begriffs „Erzbild“ deutet auf eine Statue aus Erz hin, die widerstandsfähig und unzerstörbar ist. Die Tatsache, dass er „in sich geschlossen“ bleibt, betont die Vollkommenheit und Unveränderlichkeit seines Werkes. Das Meer, als Kulisse, symbolisiert die Weite und Unendlichkeit, in der Ibsens Werk weiterhin wirkt und seine Botschaften verbreitet. Diese ersten Zeilen schaffen ein Bild von Beständigkeit, das im Gegensatz zur Vergänglichkeit des menschlichen Lebens steht. Der „Knopfgießer“, der sich hütet, Ibsen umzugießen, ist möglicherweise eine Anspielung auf Ibsens Werk selbst, da er in seiner Rolle als Autor feststeht.

Die zweite Hälfte des Gedichts wendet sich an diejenigen, die zunächst Schwierigkeiten hatten, Ibsens Werk zu verstehen. Die Verse beschreiben, wie diejenigen, die „zu starr“ waren und Ibsens „Schauen nicht verstanden“, letztendlich zu ihm „landen“ werden. Dies deutet auf eine Entwicklung hin zu einem tieferen Verständnis und einer Wertschätzung von Ibsens Werk im Laufe der Zeit hin. Das „irres Schweifen“ wird als metaphorischer Weg des Suchens und Irrens derjenigen dargestellt, die sich dann auf Ibsen zubewegen, um „was groß und wahr und gut“ ist, zu begreifen.

Die abschließenden Zeilen implizieren, dass Ibsens Werk nicht nur beständig, sondern auch lehrreich ist. Es bietet einen Weg zur Erkenntnis von „groß, wahr und gut“. Gumppenberg unterstreicht somit nicht nur die Unsterblichkeit Ibsens, sondern auch die fortwährende Relevanz seines Schaffens für zukünftige Generationen. Das Gedicht ist also eine Feier der Kunst, die über den Tod hinaus Bestand hat und die Fähigkeit besitzt, Menschen zu verändern und zu inspirieren.

Weitere Informationen

Hier finden sich noch weitere Informationen zu diesem Gedicht und der Seite.

Lizenz und Verwendung

Dieses Gedicht fällt unter die „public domain“ oder Gemeinfreiheit. Gemeinfreiheit bedeutet, dass ein Werk nicht (mehr) durch Urheberrechte geschützt ist und daher von allen ohne Erlaubnis des Urhebers frei genutzt, vervielfältigt und verbreitet werden darf. Sie tritt meist nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist ein, z. B. 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Weitere Informationen dazu finden sich hier.