Heimlich zur Nacht

Else Lasker-Schüler

1945

Ich habe dich gewählt unter allen Sternen

und bin wach - eine lauschende Blume im summenden Laub.

Unsere Lippen wollen Honig bereiten, unsere schimmernden Nächte sind aufgeblüht.

An dem seligen Glanz deines Leibes zündet mein Herz seine Himmel an -

alle meine Träume hängen an deinem Golde, ich habe dich gewählt unter allen Sternen.

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Illustration zu Heimlich zur Nacht

Interpretation

Das Gedicht "Heimlich zur Nacht" von Else Lasker-Schüler handelt von einer tiefen, intimen Liebe, die sich in der Stille der Nacht entfaltet. Die Sprecherin beschreibt, wie sie ihren Geliebten unter allen Sternen auserwählt hat, was auf eine besondere, einzigartige Verbindung hindeutet. Die Metapher der "lauschenden Blume" im "summenden Laub" vermittelt ein Gefühl von Aufmerksamkeit und Empfänglichkeit für die leisen, geheimen Momente der Liebe. Die zweite Strophe betont die Sinnlichkeit und die gemeinsame Schöpfung von Schönheit durch die Liebenden. Die "Honig bereitenden Lippen" und die "schimmernden Nächte" symbolisieren die süße, leuchtende Intimität, die zwischen ihnen entsteht. Die Nächte sind "aufgeblüht", was die Vollkommenheit und das Erblühen ihrer Liebe in der Dunkelheit verdeutlicht. Im letzten Teil des Gedichts wird die Intensität der Gefühle durch die Bildsprache verstärkt. Der "selige Glanz" des Geliebten entzündet das Herz der Sprecherin und lässt es zu einem "Himmel" werden, was die Erhebung und Verklärung der Liebe ausdrückt. Die Träume, die "an deinem Golde" hängen, unterstreichen den Wert und die Kostbarkeit des Geliebten, der als Gold verglichen wird. Die Wiederholung der ersten Zeile am Ende des Gedichts betont die Beständigkeit

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Metapher
Alle meine Träume hängen an deinem Golde
Personifikation
Unsere Lippen wollen Honig bereiten