Heimat

Friedrich Hölderlin

1798

Und niemand weiß

Indessen laß mich wandeln Und wilde Beeren pflücken Zu löschen die Liebe zu dir An deinen Pfaden, o Erd′

Hier wo — und Rosendornen Und süße Linden duften neben Den Buchen, des Mittags, wenn im falben Kornfeld Das Wachstum rauscht, an geradem Halm, Und den Nacken die Ähre seitwärts beugt Dem Herbste gleich, jetzt aber unter hohem Gewölbe der Eichen, da ich sinn Und aufwärts frage, der Glockenschlag Mir wohlbekannt Fernher tönt, goldenklingend, um die Stunde, wenn Der Vogel wieder wacht. So gehet es wohl.

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Illustration zu Heimat

Interpretation

Das Gedicht "Heimat" von Friedrich Hölderlin ist ein tiefgründiges und emotionales Werk, das die Sehnsucht nach einer verlorenen Heimat und die Suche nach einem Ort der Zugehörigkeit zum Ausdruck bringt. Der Sprecher des Gedichts sehnt sich danach, durch die Natur zu wandern und wilde Beeren zu pflücken, um seine Liebe zur Erde zu stillen. Die Natur wird als ein Ort der Ruhe und des Trostes dargestellt, an dem der Sprecher seine Sehnsucht nach Heimat stillen kann. Das Gedicht beschreibt eine idyllische Landschaft, in der der Sprecher durch Wälder und Felder wandert. Die Natur wird als ein Ort der Schönheit und des Friedens dargestellt, an dem der Sprecher seine Sehnsucht nach Heimat stillen kann. Die Erwähnung von Glockenschlägen und Vögeln deutet auf eine gewisse Vertrautheit mit der Umgebung hin, was darauf hindeutet, dass der Sprecher möglicherweise schon einmal an diesem Ort war oder dass er sich zumindest mit der Umgebung vertraut gemacht hat. Das Gedicht endet mit dem Satz "So gehet es wohl", was darauf hindeutet, dass der Sprecher seine Sehnsucht nach Heimat akzeptiert und sich damit abfindet, dass er sie möglicherweise nie wiederfinden wird. Das Gedicht ist ein eindringlicher Ausdruck der menschlichen Sehnsucht nach einem Ort der Zugehörigkeit und der Suche nach einem Ort, an dem man sich zu Hause fühlt.

Schlüsselwörter

weiß indessen laß wandeln wilde beeren pflücken löschen

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Stilmittel

Bildlichkeit
Des Mittags, wenn im falben Kornfeld / Das Wachstum rauscht
Personifikation
Der Vogel 'wacht' wieder
Symbolik
Eichengewölbe als Ort der Kontemplation
Vergleich
Dem Herbste gleich