Heiliges Feuer
1825Fest den Blick hinaufgerichtet, Wenn das Leben trüb und kalt, Bald ist Herz und Flur gelichtet, Wenn die Frühlingsglocke schallt.
Rosen blühen in den Wäldern, Bäche rinnen durch die Au, Lerchen jubeln über Feldern, Sonne glüht vom Aetherblau.
Und wir sehn mit warmen Herzen In die Mut der Frühlingsluft, Die aus lichten Himmelskerzen Sprüht in unsre laute Brust.
Und wenn so ein Funke zündet In des Dranges Seligkeit, Steigt die Flamme, gottverbündet, Daß es leuchtet weit und breit.
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Interpretation
Das Gedicht "Heiliges Feuer" von Hermann Rollett beschreibt die transformative Kraft des Frühlings und wie sie das menschliche Gemüt erweckt. In den ersten Strophen wird ein Bild von der Erneuerung der Natur gezeichnet: das Leben, das trüb und kalt war, wird durch das Läuten der Frühlingsglocke gelichtet. Die Natur erwacht mit blühenden Rosen, fließenden Bächen, jubelnden Lerchen und der glühenden Sonne. Diese lebendige Umgebung spiegelt sich in den warmen Herzen der Menschen wider, die den Mut und die Energie der Frühlingsluft aufnehmen. Die dritte Strophe vertieft das Thema der inneren Erneuerung. Die "mutige Frühlingsluft" wird als etwas beschrieben, das aus den "lichten Himmelskerzen" sprüht und in die "laute Brust" des Menschen eindringt. Dies symbolisiert die Inspiration und die geistige Erweckung, die der Frühling mit sich bringt. Die "Himmelskerzen" können als Metapher für die Sterne oder das göttliche Licht verstanden werden, das den Menschen erfüllt und ihm neuen Mut gibt. Im letzten Vers wird die Idee eines "heiligen Feuers" konkretisiert. Wenn ein Funke der Begeisterung und des Dranges in der Seligkeit entzündet wird, steigt eine Flamme auf, die als "gottverbündet" beschrieben wird. Diese Flamme leuchtet weit und breit und symbolisiert die Ausbreitung von Inspiration, Kreativität und spiritueller Erleuchtung. Das Gedicht endet mit dem Bild einer weithin sichtbaren Flamme, die die transformative Kraft des Frühlings und die Erneuerung des menschlichen Geistes darstellt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Bäche rinnen durch die Au
- Metapher
- Daß es leuchtet weit und breit
- Personifikation
- Wenn die Frühlingsglocke schallt