Hatem

Johann Wolfgang von Goethe

1944

Nicht Gelegenheit macht Diebe, Sie ist selbst der größte Dieb; Denn sie stahl den Rest der Liebe, Die mir noch im Herzen blieb.

Dir hat sie ihn übergeben, Meines Lebens Vollgewinn, Daß ich nun, verarmt, mein Leben Nur von dir gewärtig bin.

Doch ich fühle schon Erbarmen Im Karfunkel deines Blicks Und erfreu in deinen Armen Mich erneuerten Geschicks.

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Illustration zu Hatem

Interpretation

Das Gedicht "Hatem" von Johann Wolfgang von Goethe handelt von einem verletzten Liebesgefühl, das durch eine andere Person gestohlen wurde. Der Sprecher fühlt sich betrogen und arm, da ihm die letzte Liebe gestohlen wurde, die er noch in seinem Herzen hatte. Die Person, die ihm die Liebe gestohlen hat, wird als "Gelegenheit" bezeichnet, was darauf hindeutet, dass es sich um eine zufällige Begegnung oder einen flüchtigen Moment handelte, der den Sprecher emotional verletzt hat. Der Sprecher gibt zu, dass er sich nun von der Person, die ihm die Liebe gestohlen hat, abhängig fühlt. Er bezeichnet sein Leben als "verarmt" und gibt zu, dass er nun nur noch auf diese Person wartet. Es scheint, als ob der Sprecher in einer Art emotionaler Abhängigkeit gefangen ist und sich nicht von dieser Person lösen kann. Trotz der Verletzung und des Schmerzes, den der Sprecher empfindet, zeigt er auch Mitgefühl und Verständnis für die Person, die ihm die Liebe gestohlen hat. Er spürt Erbarmen in den Augen dieser Person und findet Trost und Erneuerung in ihren Armen. Es scheint, als ob der Sprecher trotz allem noch eine gewisse Zuneigung oder sogar Liebe für diese Person empfindet und bereit ist, ihr zu vergeben.

Schlüsselwörter

gelegenheit macht diebe selbst größte dieb stahl rest

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Stilmittel

Hyperbel
Meines Lebens Vollgewinn
Metapher
Mich erneuerten Geschicks
Personifikation
Sie stahl den Rest der Liebe