Harfenspieler
1749Wer nie sein Brot mit Tränen aß, Wer nie die kummervollen Nächte Auf seinem Bette weinend saß. Der kennt euch nicht, ihr himmlischen Mächte.
Ihr führt ins Leben uns hinein, Ihr lasst den Armen schuldig werden, Dann überlasst ihr in der Pein: Denn alle Schuld rächt sich auf Erden.
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Interpretation
Das Gedicht "Harfenspieler" von Johann Wolfgang von Goethe beschäftigt sich mit dem Thema menschlichen Leids und der Vergänglichkeit des Lebens. Der Sprecher richtet sich an eine unsichtbare Macht, die er als "himmlische Mächte" bezeichnet. Diese Macht wird als unbarmherzig und grausam dargestellt, da sie den Menschen in das Leben führt, sie in Not und Elend bringt und sie dann ihrem Schicksal überlässt. Der erste Teil des Gedichts beschreibt die Erfahrung von Schmerz und Leid, die der Sprecher als notwendig erachtet, um die "himmlischen Mächte" zu verstehen. Nur wer Tränen vergossen und in kummervollen Nächten geweint hat, kann die wahre Natur dieser Macht begreifen. Der Sprecher scheint zu suggerieren, dass das Leben voller Leiden ist und dass diese Erfahrungen notwendig sind, um die Welt zu verstehen. Im zweiten Teil des Gedichts wird die "himmlische Macht" als strafend und grausam dargestellt. Sie führt die Menschen ins Leben, lässt sie in Armut und Schuld versinken und überlässt sie dann ihrem Schicksal. Der Sprecher scheint zu suggerieren, dass diese Macht für das Leid der Menschen verantwortlich ist und dass sie letztendlich für ihre Taten bestraft wird. Das Gedicht endet mit der Aussage, dass "alle Schuld auf Erden rächt", was darauf hindeutet, dass die "himmlische Macht" für ihre Taten zur Rechenschaft gezogen wird.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Wer nie sein Brot mit Tränen aß, Wer nie die kummervollen Nächte Auf seinem Bette weinend saß.
- Apostrophe
- Der kennt euch nicht, ihr himmlischen Mächte.
- Personifikation
- Ihr führt ins Leben uns hinein, Ihr lasst den Armen schuldig werden, Dann überlasst ihr in der Pein.