Gut und klug
1866Das ist mir ein Trost in Zweifel und Leid: Wer wirklich gut ist, der ist auch gescheit!
Doch auch dies andere macht mir Mut: Wer ganz gescheit ist, der ist auch gut!
Die schlauen Schufte, die Herzensschlechten, Die gern so klug sich dünken möchten:
Sie sind im Grunde nur schwache Köpfe, Arme Schlucker und traurige Tröpfe!
Und jene Guten, jene Bequemen, Die ihre Beschränktheit für heilig nehmen:
So oft sie richten nach ihrem Recht, Sind sie gar nicht gut, sind sie herzlich schlecht!
Das macht mir das Leben trotz allem zum Feste, Daß der Beste der Klügste, der Klügste der Beste.
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Interpretation
Das Gedicht "Gut und klug" von Hanns von Gumppenberg ist eine Reflexion über die Beziehung zwischen Güte und Klugheit. Der Autor beginnt mit der Aussage, dass wahre Güte auch mit Klugheit einhergeht, was ihm Trost in Zeiten des Zweifels und Leids gibt. Diese Verbindung wird als beruhigender Gedanke dargestellt, der Mut macht und Hoffnung spendet. Im zweiten Teil des Gedichts wendet sich der Autor denjenigen zu, die zwar schlau erscheinen mögen, aber in ihrem Herzen nicht gut sind. Er bezeichnet sie als "schlaue Schufte" und "Herzensschlechte", die sich klug dünken möchten, aber im Grunde nur schwache Köpfe sind. Diese Menschen werden als armselige Gestalten dargestellt, die zwar intelligent erscheinen mögen, aber in ihrer inneren Verfassung begrenzt sind. Des Weiteren richtet sich der Autor gegen jene, die sich als gut und fromm ausgeben, aber in Wirklichkeit nur in ihrer eigenen Beschränktheit gefangen sind. Er kritisiert, dass diese Menschen, wenn sie nach ihrem eigenen Recht urteilen, nicht wirklich gut sind, sondern im Gegenteil herzlich schlecht. Hier wird deutlich, dass der Autor eine tiefe Kluft zwischen äußerer Erscheinung und innerer Verfassung sieht. Abschließend kommt der Autor zu dem Schluss, dass das Leben trotz allem ein Fest sein kann, weil der Beste auch der Klügste und der Klügste auch der Beste ist. Diese Aussage unterstreicht die enge Verbindung zwischen Güte und Klugheit und gibt dem Gedicht eine optimistische und ermutigende Note.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- So oft sie richten nach ihrem Recht
- Antithese
- Das ist mir ein Trost in Zweifel und Leid: Wer wirklich gut ist, der ist auch gescheit!
- Gegensatz
- Und jene Guten, jene Bequemen, Die ihre Beschränktheit für heilig nehmen
- Ironie
- Sie sind im Grunde nur schwache Köpfe, Arme Schlucker und traurige Tröpfe!
- Metapher
- Die schlauen Schufte, die Herzensschlechten
- Parallelismus
- Wer wirklich gut ist, der ist auch gescheit! Wer ganz gescheit ist, der ist auch gut!
- Schlussfolgerung
- Das macht mir das Leben trotz allem zum Feste, Daß der Beste der Klügste, der Klügste der Beste