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Gut und klug

Von

Das ist mir ein Trost in Zweifel und Leid:
Wer wirklich gut ist, der ist auch gescheit!

Doch auch dies andere macht mir Mut:
Wer ganz gescheit ist, der ist auch gut!

Die schlauen Schufte, die Herzensschlechten,
Die gern so klug sich dünken möchten:

Sie sind im Grunde nur schwache Köpfe,
Arme Schlucker und traurige Tröpfe!

Und jene Guten, jene Bequemen,
Die ihre Beschränktheit für heilig nehmen:

So oft sie richten nach ihrem Recht,
Sind sie gar nicht gut, sind sie herzlich schlecht!

Das macht mir das Leben trotz allem zum Feste,
Daß der Beste der Klügste, der Klügste der Beste.

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Gedicht: Gut und klug von Hanns von Gumppenberg

Kurze Interpretation des Gedichts

Das Gedicht „Gut und klug“ von Hanns von Gumppenberg ist eine pointierte Auseinandersetzung mit der Beziehung zwischen moralischer Integrität und intellektueller Fähigkeit. Es beginnt mit einer tröstenden Feststellung: Gutsein und Klugheit gehen Hand in Hand. Dieser optimistische Ansatz wird jedoch durch die anschließende dialektische Struktur des Gedichts erweitert und nuanciert, indem es beide Thesen, die der Gutheit und der Klugheit, beleuchtet und eine Synthese anstrebt. Der Autor entwirft ein Idealbild, in dem Tugend und Verstand untrennbar verbunden sind.

Die weiteren Strophen des Gedichts greifen zunächst die Gegenpositionen auf. Es werden die „schlauen Schufte“ und „Herzensschlechten“ kritisiert, die sich zwar für klug halten, aber in Wirklichkeit „schwache Köpfe“ sind. Ebenso werden die „Guten“ aber „Bequemen“ angeprangert, die ihre vermeintliche Beschränktheit als Tugend auslegen und somit zu einer negativen moralischen Bewertung kommen. Diese Gegenüberstellung dient dazu, die Ideale von Gut und Klug zu definieren und von ihren jeweiligen Extremen abzugrenzen, die den ethischen Prinzipien widersprechen.

Die abschließende Strophe bringt das Gedicht zu einem positiven, wenn auch idealistischen Schluss. Hier wird die zentrale These bekräftigt, dass der „Beste der Klügste, der Klügste der Beste“ ist. Das Leben wird trotz aller Schwierigkeiten und Widrigkeiten als Fest gefeiert, da die Überzeugung, dass wahre Klugheit und wahres Gutsein miteinander vereinbar sind, einen Trost bietet. Diese letzte Zeile fasst die Botschaft des Gedichts zusammen und unterstreicht das Streben nach einer idealen Vereinigung von Ethik und Intellekt.

Insgesamt ist das Gedicht ein Plädoyer für eine ganzheitliche Sichtweise, die sowohl ethische als auch intellektuelle Aspekte berücksichtigt. Es fordert den Leser auf, über oberflächliche Bewertungen hinaus zu denken und die wahre Natur von Gutheit und Klugheit zu hinterfragen. Durch die klare Sprache, die Reimstruktur und die pointierten Formulierungen erreicht Gumppenberg eine einprägsame Wirkung und regt zum Nachdenken über Werte und Eigenschaften an, die das menschliche Leben prägen sollten.

Weitere Informationen

Hier finden sich noch weitere Informationen zu diesem Gedicht und der Seite.

Lizenz und Verwendung

Dieses Gedicht fällt unter die „public domain“ oder Gemeinfreiheit. Gemeinfreiheit bedeutet, dass ein Werk nicht (mehr) durch Urheberrechte geschützt ist und daher von allen ohne Erlaubnis des Urhebers frei genutzt, vervielfältigt und verbreitet werden darf. Sie tritt meist nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist ein, z. B. 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Weitere Informationen dazu finden sich hier.