Logo der Website, Schriftzug "Poesie Oase" mit Palmen umrandet.
, ,

Gruß

Von

Und nähm′ ich alle zarten Blüten
und schüttete sie über dich:
sie könnten alle nicht verschütten
die Zartheit, die Dich selbst umflicht.

Wie Aphroditen einst die Wellen –
so würden sie umbranden dich,
bis Deine Anmut überquellend
empor aus all dem Dufte bricht.

Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Gedicht: Gruß von Richard Dehmel

Kurze Interpretation des Gedichts

Das Gedicht „Gruß“ von Richard Dehmel ist eine Liebeserklärung, die die unvergleichliche Schönheit und Anmut der geliebten Person hervorhebt. Es beginnt mit einer bildhaften Szene, in der der Sprecher sich vorstellt, alle zarten Blüten der Welt über die Angebetete zu schütten. Doch selbst diese Fülle an floraler Pracht kann die natürliche Zartheit, die die Geliebte bereits umgibt, nicht übertreffen. Dies deutet auf eine Bewunderung hin, die über das rein Äußerliche hinausgeht und die innere Schönheit der Person betont.

Die zweite Strophe verstärkt diese Aussage durch den Vergleich mit Aphrodite, der griechischen Göttin der Liebe und Schönheit, die aus den Wellen emporstieg. Dieser Vergleich verlagert die Liebeserklärung in den Bereich des Mythologischen und Übernatürlichen. Die Blüten werden hier zu Wellen, die die Geliebte umbranden. Der Effekt dieses „Umbrandens“ ist das Hervortreten der Anmut der Geliebten, die wie Aphrodite aus dem Duft der Blüten emporbricht.

Dehmels Sprache ist reich an sinnlichen Bildern und Metaphern. Die „zarten Blüten“ und der „Duft“ sprechen die Sinne an und schaffen eine Atmosphäre der Zärtlichkeit und Verehrung. Der Vergleich mit Aphrodite verleiht der Aussage eine epische Dimension und unterstreicht die göttliche Qualität der Schönheit der Geliebten. Die Verwendung von Adjektiven wie „zart“ und „Anmut“ verstärkt den positiven, bewundernden Ton des Gedichts.

Das Gedicht ist kurz, aber kraftvoll, und es gelingt Dehmel, ein Gefühl tiefster Bewunderung für die innere und äußere Schönheit der geliebten Person zu vermitteln. Es ist eine Ode an die Vollkommenheit, die durch die bildhafte Sprache und den mythologischen Bezug eine besondere Tiefe erhält. Das Gedicht feiert die unantastbare Schönheit und Zartheit der Geliebten, indem es sie mit der Göttin der Liebe gleichsetzt und gleichzeitig die Unzulänglichkeit selbst der schönsten äußeren Dinge im Vergleich zu ihrer inneren Anmut betont.

Weitere Informationen

Hier finden sich noch weitere Informationen zu diesem Gedicht und der Seite.

Lizenz und Verwendung

Dieses Gedicht fällt unter die „public domain“ oder Gemeinfreiheit. Gemeinfreiheit bedeutet, dass ein Werk nicht (mehr) durch Urheberrechte geschützt ist und daher von allen ohne Erlaubnis des Urhebers frei genutzt, vervielfältigt und verbreitet werden darf. Sie tritt meist nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist ein, z. B. 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Weitere Informationen dazu finden sich hier.