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Großvater

Von

Schöpfer eines Menschen sein
Ist nicht klein.
Ist fast wie ein König,
Aber Schöpfers Schöpfer sein
Ist doch auch nicht wenig.
Hold grüßt den Müden, aber Ungebeugten
Als Zeuge der Gezeugte des Gezeugten.

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Gedicht: Großvater von Friedrich Theodor Vischer

Kurze Interpretation des Gedichts

Das Gedicht „Großvater“ von Friedrich Theodor Vischer befasst sich auf subtile Weise mit dem Thema der Schöpfung, der Generationenfolge und der Vergänglichkeit menschlichen Wirkens. Es reflektiert über die Beziehung zwischen Eltern und Großeltern und deutet eine Wertschätzung für die Komplexität und den Wert des Lebens an. Die Kürze des Gedichts verstärkt die Tiefe der darin enthaltenen Gedanken.

Das Gedicht beginnt mit einem Vergleich, der die elterliche Rolle ehrt: „Schöpfer eines Menschen sein / Ist nicht klein.“ Dieser Vers hebt die immense Bedeutung der Elternschaft und des Gebens des Lebens hervor. Die Zeile „Ist fast wie ein König,“ steigert diese Wertschätzung und verleiht der elterlichen Rolle eine königliche Würde. Der zweite Teil des Gedichts erweitert diese Betrachtung auf die Großeltern.

Die nachfolgenden Verse verlagern den Fokus auf die Rolle der Großeltern: „Aber Schöpfers Schöpfer sein / Ist doch auch nicht wenig.“ Hier wird die Wertschätzung für die Großeltern ausgedrückt, die ja die Eltern, also die „Schöpfer“, zeugten. Dieser Vers weist darauf hin, dass die Großeltern eine noch größere Rolle im Kreislauf des Lebens spielen, indem sie die Generation hervorbringen, die wiederum das Leben schenkt. Das Gedicht schließt mit einer poetischen Huldigung an die Erzeugten, die „Hold grüßt den Müden, aber Ungebeugten / Als Zeuge der Gezeugte des Gezeugten.“ Diese Zeilen feiern die Kinder und Enkel als Zeugen eines unaufhaltsamen Kreislaufs.

Vischers Gedicht ist geprägt von einer klaren, fast schlichten Sprache. Die Verwendung kurzer, prägnanter Verse und einfacher Reime (sein/sein, König/wenig) verstärkt die Aussagekraft und ermöglicht eine unmittelbare Verständlichkeit. Der Text lenkt die Aufmerksamkeit auf die ewige Wiederholung und die Wertschätzung jedes Elements in dieser Kette. Die wenigen Worte reichen aus, um die Ehrfurcht vor der Schöpfung und der menschlichen Existenz auszudrücken.

Weitere Informationen

Hier finden sich noch weitere Informationen zu diesem Gedicht und der Seite.

Lizenz und Verwendung

Dieses Gedicht fällt unter die „public domain“ oder Gemeinfreiheit. Gemeinfreiheit bedeutet, dass ein Werk nicht (mehr) durch Urheberrechte geschützt ist und daher von allen ohne Erlaubnis des Urhebers frei genutzt, vervielfältigt und verbreitet werden darf. Sie tritt meist nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist ein, z. B. 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Weitere Informationen dazu finden sich hier.