Groglied
unknownIn meinen Adern brennt der stramme Grog; Pompöser Kohl durchrast mein Eingeweide. Die kalte Nase steckt im Weltgehirn; Die heißen Hengste führ ich auf die Weide. Jetzt, Erdenbürger: Leide! Leide! Leide!
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Interpretation
Das Gedicht "Groglied" von Paul Scheerbart beschreibt eine berauschte und ekstatische Stimmung. Der Sprecher befindet sich in einem Zustand der Trunkenheit, symbolisiert durch den "strammen Grog", der in seinen Adern brennt. Diese alkoholische Euphorie lässt ihn sich mächtig und überlegen fühlen, wie der "pompöse Kohl", der sein Inneres durchrast. Die kalte Nase im "Weltgehirn" deutet auf eine Art von Kälte und Distanz zur Realität hin, während die "heißen Hengste" auf die Weide geführt werden, was für unkontrollierte Leidenschaften und Begierden stehen könnte. Die zweite Strophe des Gedichts wirkt wie eine Herausforderung oder eine Aufforderung an die "Erdenbürger", zu leiden. Dies könnte als eine Art von sadistischem Vergnügen des Sprechers interpretiert werden, der sich in seiner Trunkenheit überlegen fühlt und andere leiden sehen möchte. Die Wiederholung von "Leide!" betont die Intensität dieser Aufforderung und verleiht dem Gedicht einen fast aggressiven Ton. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine Atmosphäre von Exzess, Ekstase und möglicherweise auch von Selbstzerstörung. Die berauschte Stimmung des Sprechers führt zu einer verzerrten Wahrnehmung der Realität und zu einer Art von Machtgefühl, das sich in der Aufforderung zum Leiden anderer manifestiert. Das Gedicht kann als eine Reflexion über die dunklen Seiten des menschlichen Bewusstseins und der menschlichen Natur gelesen werden.
Schlüsselwörter
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Stilmittel
- Anapher
- Leide! Leide! Leide!
- Metapher
- Die heißen Hengste führ ich auf die Weide
- Personifikation
- Pompöser Kohl durchrast mein Eingeweide