Grodek
1914Am Abend tönen die herbstlichen Wälder Von tödlichen Waffen, die goldnen Ebenen Und blauen Seen, darüber die Sonne Düstrer hinrollt; umfängt die Nacht Sterbende Krieger, die wilde Klage Ihrer zerbrochenen Münder. Doch stille sammelt im Weidengrund Rotes Gewölk, darin ein zürnender Gott wohnt Das vergoßne Blut sich, mondne Kühle; Alle Straßen münden in schwarze Verwesung. Unter goldnem Gezweig der Nacht und Sternen Es schwankt der Schwester Schatten durch den schweigenden Hain, Zu grüßen die Geister der Helden, die blutenden Häupter; Und leise tönen im Rohr die dunkeln Flöten des Herbstes. O stolzere Trauer! ihr ehernen Altäre, Die heiße Flamme des Geistes nährt heute ein gewaltiger Schmerz, Die ungebornen Enkel.
Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Interpretation
Das Gedicht "Grodek" von Georg Trakl ist ein düsteres und melancholisches Werk, das den Schrecken des Krieges und den Tod thematisiert. Das Gedicht beginnt mit einer Beschreibung der herbstlichen Wälder, die von den Geräuschen tödlicher Waffen erfüllt sind. Die goldenen Ebenen und blauen Seen werden von der düsteren Sonne überrollt, während die Nacht die sterbenden Krieger umfängt. Die wilde Klage ihrer zerbrochenen Münder wird erwähnt, was die Grausamkeit und das Leid des Krieges verdeutlicht. Im zweiten Teil des Gedichts wird die Stille beschrieben, die sich im Weidengrund sammelt. Rote Wolken sammeln sich, in denen ein zürnender Gott wohnt. Das vergossene Blut wird erwähnt, das sich in der mondhellen Kühle ausbreitet. Alle Straßen führen in die schwarze Verwesung, was den Tod und die Zerstörung symbolisiert. Die Nacht wird von goldenem Gezweig und Sternen umgeben, während der Schatten der Schwester durch den schweigenden Hain schwebt. Sie grüßt die Geister der Helden und ihre blutenden Häupter. Leise tönen die dunklen Flöten des Herbstes im Schilf, was eine traurige und melancholische Atmosphäre schafft. Im letzten Teil des Gedichts wird von einer stolzen Trauer gesprochen, die von ehernen Altären genährt wird. Die heiße Flamme des Geistes wird von einem gewaltigen Schmerz genährt, der die ungeborenen Enkel betrifft. Dies deutet darauf hin, dass der Schmerz und das Leid des Krieges über Generationen hinweg weitergegeben werden. Das Gedicht endet mit einem Gefühl der Verzweiflung und des Schmerzes, das die Auswirkungen des Krieges auf die Menschheit verdeutlicht.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildsprache
- Unter goldnem Gezweig der Nacht und Sternen
- Hyperbel
- O stolzere Trauer! ihr ehernen Altäre
- Metapher
- Die ungebornen Enkel
- Personifikation
- leise tönen im Rohr die dunkeln Flöten des Herbstes