Grenze des Denkens

Friedrich Hebbel

1832

Rein zu denken, vermeinst du? Wie sehr du die Bilder auch sichtest, Bilder bleiben es doch, wenn auch zu Worten verdünnt, Und sie borgen sich bloß im ewigen Wechsel die Lichter, Denn das erste erlischt, wenn sich das zweite erhellt. Aber ein anderes ist′s, in Blei Figuren zu gießen, Wie es die Mägde tun, oder zu zeichnen, wie Kant.

Anhören

Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Illustration zu Grenze des Denkens

Interpretation

Das Gedicht "Grenze des Denkens" von Friedrich Hebbel beschäftigt sich mit den Grenzen und der Natur des menschlichen Denkens. Es stellt die Frage, ob es möglich ist, rein zu denken, ohne dass dabei Bilder und Vorstellungen eine Rolle spielen. Das Gedicht deutet an, dass selbst wenn man versucht, Gedanken zu verdichten und in Worte zu fassen, diese immer noch Bilder bleiben, die sich gegenseitig ablösen und in einem ewigen Wechsel stehen. Der zweite Teil des Gedichts vergleicht das Denken mit dem Gießen von Figuren in Blei, wie es von Mägden getan wird, oder mit dem Zeichnen, wie es der Philosoph Immanuel Kant tat. Diese Metapher deutet darauf hin, dass das Denken ein kreativer Prozess ist, der Form und Gestalt annimmt, ähnlich wie das Gießen von Figuren oder das Zeichnen. Es impliziert, dass das Denken nicht nur ein abstrakter Prozess ist, sondern auch eine konkrete, gestaltgebende Tätigkeit. Insgesamt vermittelt das Gedicht die Idee, dass das menschliche Denken von Natur aus bildhaft und metaphorisch ist und dass es eine Grenze gibt, wie weit man sich von diesen Bildern und Vorstellungen entfernen kann. Es deutet auch an, dass das Denken ein kreativer Prozess ist, der Form annimmt und Gestalt annimmt, ähnlich wie das Gießen von Figuren oder das Zeichnen.

Schlüsselwörter

bilder rein denken vermeinst sichtest bleiben worten verdünnt

Wortwolke

Wortwolke zu Grenze des Denkens

Stilmittel

Bildlichkeit
Wie sehr du die Bilder auch sichtest, Bilder bleiben es doch
Metapher
zu zeichnen, wie Kant