Graues Land

Stefan Zweig

1933

Wolken in dämmernder Röte  Drohn über dem einsamen Feld.  Wie ein Mann mit trauriger Flöte  Geht der Herbst durch die Welt. Du kannst seine Nähe nicht fassen,  Nicht lauschen der Melodie.  Und doch: in dem fahlen Verblassen  Der Felder fühlst du sie.

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Illustration zu Graues Land

Interpretation

Das Gedicht "Graues Land" von Stefan Zweig beschreibt die melancholische und rätselhafte Präsenz des Herbstes in der Natur. Die ersten beiden Verse malen ein Bild von Wolken, die in einem rötlichen Dämmerlicht über ein einsames Feld ziehen. Diese Szene wird mit der eines Mannes verglichen, der eine traurige Flöte spielt und durch die Welt geht. Der Herbst wird hier personifiziert und als eine Art Musiker dargestellt, der eine melancholische Melodie spielt. Der zweite Vers des Gedichts betont die Unfassbarkeit und Unhörbarmachkeit dieser herbstlichen Präsenz. Man kann die Nähe des Herbstes nicht greifen und auch nicht der Melodie lauschen, die er spielt. Dennoch ist seine Anwesenheit spürbar, besonders in dem fahlen Verblassen der Felder. Die Natur scheint in diesem Moment von einer stillen Traurigkeit erfüllt zu sein, die der Herbst mit sich bringt. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine Stimmung der Einsamkeit und Melancholie, die mit dem Herbst verbunden ist. Die Natur wird als eine Art Bühne dargestellt, auf der der Herbst seine traurige Melodie spielt, ohne dass man ihn direkt wahrnehmen kann. Die Schönheit und Traurigkeit des Herbstes werden in diesem Gedicht auf eindringliche Weise eingefangen.

Schlüsselwörter

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Wortwolke zu Graues Land

Stilmittel

Alliteration
fühlen Sie sie
Bildlichkeit
Im fahlen Verblassen der Felder
Kontrast
Du kannst seine Nähe nicht fassen, nicht lauschen der Melodie
Metapher
Der Herbst durch die Welt geht
Personifikation
Wie ein Mann mit trauriger Flöte geht der Herbst durch die Welt