Grau
1895Ein sinnend matter, grauverhüllter Tag … Er fliesst so weich heut mit mir selbst zusammen … Umflort sind Träume, Düfte, Klänge, Flammen … Weil ich am liebsten weinen - weinen mag …
Der todte Mann … und was ich einst empfunden, Und was ich gern empfinden, fassen will … Das athmet in den Lüften, schlummerstill, Es gleiten lautlos, todtenmüd′ die Stunden … -
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Interpretation
Das Gedicht "Grau" von Lisa Baumfeld ist ein eindringliches Werk, das eine tiefgründige Stimmung von Melancholie und Verwirrung vermittelt. Der erste Vers setzt die Szene mit einem "sinnend matter, grauverhüllter Tag", der eine Atmosphäre der Schwermut und des Nachdenkens schafft. Die Farbe Grau, die oft mit Traurigkeit und Depression assoziiert wird, durchdringt das gesamte Gedicht und symbolisiert die emotionale Verfassung des lyrischen Ichs. Die zweite Strophe vertieft die innere Zerrissenheit des Sprechers. Die Erwähnung des "todten Mannes" und der vergangenen sowie gewünschten Gefühle verdeutlichen eine Sehnsucht nach einer verlorenen oder unerreichbaren Liebe. Die "schlummerstill" atmende Luft und die "lautlos, todtenmüd′" gleitenden Stunden verstärken das Gefühl der Einsamkeit und des Verlusts. Das Gedicht endet mit einem Gefühl der Resignation und der Unfähigkeit, die Vergangenheit zu verändern oder die Gegenwart zu genießen. Insgesamt ist "Grau" ein Gedicht, das die Komplexität menschlicher Emotionen und die Schwierigkeit, mit Verlust und Sehnsucht umzugehen, auf eindrucksvolle Weise zum Ausdruck bringt. Die Verwendung von Bildern und Metaphern schafft eine tiefgründige und bewegende Atmosphäre, die den Leser zum Nachdenken über die Natur von Trauer und Melancholie anregt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- weinen - weinen mag
- Bildsprache
- Umflort sind Träume, Düfte, Klänge, Flammen
- Metapher
- Das athmet in den Lüften, schlummerstill
- Personifikation
- Es gleiten lautlos, todtenmüd' die Stunden