Grabschrift
1830Im Schatten dieser Weide ruht Ein armer Mensch, nicht schlimm noch gut. Er hat gefühlt mehr als gedacht, Hat mehr geweint als er gelacht; Er hat geliebt und viel gelitten, Hat schwer gekämpft und - nichts erstritten. Nun liegt er endlich sanft gestreckt, Wünscht nicht zu werden auferweckt. Wollt Gott an ihm das Wunder tun, Er bäte: Herr, o laß mich ruhn!
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Interpretation
Das Gedicht "Grabschrift" von Marie von Ebner-Eschenbach beschreibt das Leben eines Menschen, der mehr gefühlt als gedacht, mehr geweint als gelacht und mehr geliebt als gelitten hat. Es wird deutlich, dass dieser Mensch ein schwieriges Leben hatte, in dem er schwer gekämpft hat, aber nichts erreicht hat. Das Gedicht endet mit dem Wunsch des Verstorbenen, in Frieden ruhen zu dürfen und nicht auferweckt zu werden. Die Sprache des Gedichts ist einfach und direkt, was die Traurigkeit und Resignation des Verstorbenen unterstreicht. Die Wiederholung von "mehr" in den ersten beiden Zeilen betont die Überlegenheit der Gefühle über das Denken und die Tränen über das Lachen. Die Zeile "Hat schwer gekämpft und - nichts erstritten" verdeutlicht die Nutzlosigkeit des Lebens des Verstorbenen. Das Gedicht endet mit dem Wunsch des Verstorbenen, in Frieden ruhen zu dürfen und nicht auferweckt zu werden. Dies ist ein Hinweis auf die christliche Vorstellung von Auferstehung, aber auch ein Zeichen der Resignation des Verstorbenen, der sich nicht mehr mit dem Leben auseinandersetzen möchte. Das Gedicht ist eine traurige und nachdenkliche Betrachtung des Lebens und des Todes.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Antithese
- nicht schlimm noch gut
- Hyperbel
- Hat mehr geweint als er gelacht
- Kontrast
- Hat schwer gekämpft und - nichts erstritten
- Metapher
- Im Schatten dieser Weide ruht
- Rhetorische Frage
- Wollt Gott an ihm das Wunder tun