Grabschrift [2]
1744Auf wem der stolze Marmor raget? Auf einem wohlgepriesnen Mann, Der nie ein dummes Wort gesaget Und nie ein kluges Werk gethan.
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Interpretation
Das Gedicht "Grabschrift [2]" von Heinrich Christian Boie ist eine scharfsinnige und ironische Betrachtung der menschlichen Natur und des gesellschaftlichen Ansehens. Das Gedicht beschreibt das Grab eines Mannes, der zwar für seine Worte gelobt wird, aber in seinen Taten versagt. Der "stolze Marmor" symbolisiert die gesellschaftliche Anerkennung und den Respekt, den der Mann während seines Lebens erhalten hat. Doch die Inschrift auf dem Grab offenbart die wahre Natur des Mannes: Er hat zwar nie ein dummes Wort gesagt, aber auch nie ein kluges Werk getan. Boie kritisiert hier die Oberflächlichkeit der Gesellschaft, die oft mehr Wert auf leere Worte als auf Taten legt. Der Mann im Gedicht wird für seine eloquente Rede geschätzt, aber seine Taten bleiben hinter seinen Worten zurück. Dies zeigt die Diskrepanz zwischen dem, was gesagt wird, und dem, was getan wird. Boie fordert den Leser auf, über die Bedeutung von Taten im Vergleich zu Worten nachzudenken und die Bedeutung von Taten in unserem eigenen Leben zu überdenken. Das Gedicht endet mit einer subtilen Warnung vor der Gefahr, sich auf leere Worte zu verlassen und die Bedeutung von Taten zu vernachlässigen. Es erinnert uns daran, dass wahre Größe nicht in eloquenten Reden liegt, sondern in klugen und bedeutungsvollen Taten. Boie fordert uns auf, über unsere eigenen Handlungen nachzudenken und sicherzustellen, dass sie unseren Worten entsprechen.
Schlüsselwörter
Wortwolke
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Stilmittel
- Antithese
- Der stolze Marmor raget / Auf einem wohlgepriesnen Mann, / Der nie ein dummes Wort gesaget / Und nie ein kluges Werk gethan
- Ironie
- Der wohlgepriesne Mann, der nie ein dummes Wort gesagt und nie ein kluges Werk getan hat