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Glückwunsch

Von

Ich wünsche dir Glück.
Ich bring dir die Sonne in meinem Blick.
Ich fühle dein Herz in meiner Brust;
es wünscht dir mehr als eitel Lust.
Es fühlt und wünscht: die Sonne scheint,
auch wenn dein Blick zu brechen meint.
Es wünscht dir Blicke so sehnsuchtslos,
als trügest du die Welt im Schoß.
Es wünscht dir Blicke so voll Begehren,
als sei die Erde neu zu gebären.
Es wünscht dir Blicke voll der Kraft,
die aus Winter sich Frühling schafft.
Und täglich leuchte durch dein Haus
aller Liebe Blumenstrauß!

Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Gedicht: Glückwunsch von Richard Dehmel

Kurze Interpretation des Gedichts

Das Gedicht „Glückwunsch“ von Richard Dehmel ist eine zärtliche und kraftvolle Liebeserklärung, die in Form eines Wunsches formuliert ist. Es zeichnet sich durch eine innige Verbindung zwischen dem Ich-Erzähler und der besungenen Person aus, wobei der Wunsch nach Glück und Erfüllung im Zentrum steht. Dehmel nutzt eine einfache, doch eindringliche Sprache und erzeugt eine Atmosphäre von Wärme und Zuneigung.

Die ersten Verse etablieren die tiefe Verbundenheit, indem der Erzähler nicht nur Glück wünscht, sondern die Sonne in seinem Blick mitbringt und das Herz des anderen in seiner eigenen Brust spürt. Diese Verschmelzung unterstreicht die Empathie und das tiefe Verständnis, das zwischen den Liebenden herrscht. Die Wünsche, die im Folgenden ausgesprochen werden, gehen über bloße Freude hinaus. Sie umfassen sowohl Momente der Ruhe und Gelassenheit („Blicke so sehnsuchtslos“) als auch Momente intensiven Begehrens und schöpferischer Kraft („als sei die Erde neu zu gebären“).

Die Metaphern, die Dehmel verwendet, sind reich an Bildern und Emotionen. Die Sonne im Blick symbolisiert Helligkeit, Wärme und Lebensfreude. Die Sehnsuchtslosigkeit der Blicke deutet auf ein tiefes Vertrauen und die Fähigkeit, die Welt in ihrer Ganzheit zu betrachten. Die Vorstellung, die Erde neu zu gebären, steht für kreatives Potential und die Kraft des Neubeginns. Die Bilder des Frühlings, der aus dem Winter erwächst, sprechen von Hoffnung und der Fähigkeit, auch in schwierigen Zeiten Erneuerung und Wachstum zu finden.

Der letzte Vers, der den „Blumenstrauß aller Liebe“ ins Haus wünscht, fasst die Botschaft des Gedichts zusammen. Er steht für die anhaltende Freude, die beständige Zuneigung und die tägliche Pflege der Liebe. Das Gedicht ist somit eine Ode an die Liebe in all ihren Facetten – von der innigen Verbundenheit bis zur kreativen Entfaltung und der Hoffnung auf ein erfülltes Leben. Es ist ein Glückwünsch, der tiefgründiger ist als eine einfache Gratulation und eine Wertschätzung der Beziehung und des Lebens des geliebten Menschen ausdrückt.

Weitere Informationen

Hier finden sich noch weitere Informationen zu diesem Gedicht und der Seite.

Lizenz und Verwendung

Dieses Gedicht fällt unter die „public domain“ oder Gemeinfreiheit. Gemeinfreiheit bedeutet, dass ein Werk nicht (mehr) durch Urheberrechte geschützt ist und daher von allen ohne Erlaubnis des Urhebers frei genutzt, vervielfältigt und verbreitet werden darf. Sie tritt meist nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist ein, z. B. 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Weitere Informationen dazu finden sich hier.