Glückliche Fahrt
1788Wünsche sich mit Wünschen schlagen, Und die Gier wird nie gestillt. Wer ist in dem wüsten Jagen Da der Jäger, wer das Wild? Selig, wer es fromm mag wagen, Durch das Treiben dumpf und wild In der festen Brust zu tragen Heilger Schönheit hohes Bild!
Sieh, da brechen tausend Quellen Durch die felsenharte Welt, Und zum Strome wird ihr Schwellen, Der melodisch steigt und fällt. Ringsum sich die Fernen hellen, Gottes Hauch die Segel schwellt - Rettend spülen dich die Wellen In des Herzens stille Welt.
Anhören
Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Interpretation
Das Gedicht "Glückliche Fahrt" von Joseph von Eichendorff handelt von der Suche nach innerem Frieden und der Erkenntnis, dass wahres Glück nicht in äußeren Wünschen und materiellen Dingen zu finden ist. Der erste Teil des Gedichts beschreibt die unermüdliche Jagd nach Wünschen und Begierden, die nie gestillt werden können. Der Sprecher fragt sich, wer in diesem hektischen Treiben der Jäger und wer das Wild ist, und betont, dass nur derjenige gesegnet ist, der es wagt, die heilige Schönheit in seiner Brust zu tragen. Im zweiten Teil des Gedichts wird ein Bild der Natur verwendet, um die Transformation und Erneuerung zu symbolisieren. Tausende Quellen brechen durch die felsige Welt und werden zu einem melodischen Strom, der steigt und fällt. Die Ferne wird heller, und Gottes Hauch füllt die Segel. Die Wellen tragen den Reisenden in die stille Welt des Herzens, was darauf hindeutet, dass der Weg zum inneren Frieden und zur Erkenntnis der heiligen Schönheit führt. Das Gedicht vermittelt eine Botschaft der Hoffnung und der Möglichkeit, inneren Frieden zu finden, indem man sich von den äußeren Wünschen und Begierden löst und die heilige Schönheit in sich selbst entdeckt. Die Naturmetaphern unterstreichen die Idee der Erneuerung und des Wachstums, die mit dieser inneren Reise einhergehen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildsprache
- Heilger Schönheit hohes Bild
- Metapher
- Rettend spülen dich die Wellen
- Personifikation
- Gottes Hauch die Segel schwellt
- Rhetorische Frage
- Wer ist in dem wüsten Jagen Da der Jäger, wer das Wild?