Glück

Peter Hille

1904

Das ist dir gar ein glücklicher Mann, Der nicht mal mehr sich freuen kann, So glücklich ist er. So kommen jeden Morgen wir her, So kommen uns alle Tage daher.

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Illustration zu Glück

Interpretation

Das Gedicht "Glück" von Peter Hille beschreibt einen paradoxen Zustand des Glücks, in dem der Mensch so sehr von Glück überwältigt ist, dass er es selbst nicht mehr bewusst wahrnehmen oder genießen kann. Der erste Vers stellt die zentrale These auf, dass ein Mensch, der nicht mehr in der Lage ist, sich zu freuen, ein "glücklicher Mann" ist. Dies impliziert, dass das Glück so allgegenwärtig und selbstverständlich geworden ist, dass es nicht mehr als etwas Besonderes wahrgenommen wird. Die zweite Strophe erweitert diese Idee auf die gesamte Menschheit. Das "Wir" bezieht sich auf alle Menschen, die jeden Morgen und an jedem Tag auf die gleiche Weise durchs Leben gehen. Die Wiederholung von "so kommen" betont die Routine und die Gleichförmigkeit des Lebens, in der das Glück so sehr integriert ist, dass es nicht mehr bewusst erlebt wird. Das Gedicht wirft die Frage auf, ob wahres Glück darin besteht, ständig glücklich zu sein, ohne es zu merken, oder ob es darin besteht, bewusst Freude zu empfinden. Hille deutet an, dass das letztere vielleicht nicht mehr möglich ist, weil das Glück so vollständig geworden ist, dass es zur Normalität geworden ist. Das Gedicht lädt den Leser dazu ein, über die Natur des Glücks und die Art und Weise, wie wir es erleben, nachzudenken.

Schlüsselwörter

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Wortwolke

Wortwolke zu Glück

Stilmittel

Ironie
Das ist dir gar ein glücklicher Mann, Der nicht mal mehr sich freuen kann, So glücklich ist er.
Wiederholung
So kommen jeden Morgen wir her, So kommen uns alle Tage daher.
rag ich und sinn ich, / Wie so mir geschehn?
Übertreibung
Ach, hätt ich ein Roß!