Glück
1841Wie jauchzt meine Seele Und singet in sich! Kaum, daß ichs verhehle, So glücklich bin ich.
Rings Menschen sich drehen Und sprechen gescheut, Ich kann nichts verstehen, So fröhlich zerstreut. -
Zu eng wird das Zimmer, Wie glänzet das Feld, Die Täler voll Schimmer, Weit herrlich die Welt!
Gepreßt bricht die Freude Durch Riegel und Schloß, Fort über die Heide! Ach, hätt ich ein Roß! -
Und frag ich und sinn ich, Wie so mir geschehn?: - Mein Liebchen herzinnig, Das soll ich heut sehn!
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Interpretation
Das Gedicht "Glück" von Joseph von Eichendorff beschreibt die überwältigende Freude und das Glücksgefühl des lyrischen Ichs, das sich kaum zurückhalten kann, seine innere Begeisterung auszudrücken. Die Seele jubelt und singt vor Glück, obwohl das Ich versucht, diese Gefühle zu verbergen. Die Umgebung erscheint dem lyrischen Ich wie in einem Traum, die Menschen bewegen sich umher und sprechen leise, doch das Ich kann nichts davon verstehen, da es so fröhlich zerstreut ist. Die Freude des lyrischen Ichs ist so groß, dass es sich im Zimmer eingeengt fühlt und die Weite des Feldes, der Täler und der Welt als glänzend und herrlich empfindet. Die Freude bricht förmlich durch alle Riegel und Schlösser und treibt das Ich hinaus über die Heide. Es wünscht sich ein Pferd, um noch schneller vorwärts zu kommen und seine Freude auszuleben. Am Ende des Gedichts offenbart sich der Grund für das immense Glücksgefühl des lyrischen Ichs: es wird sein Liebchen, seine Herzensdame, an diesem Tag sehen. Diese Aussicht erfüllt das Ich mit solcher Freude und Vorfreude, dass es alles andere um sich herum vergisst und sich nur noch auf diesen Moment freut. Das Gedicht vermittelt eindrucksvoll die Intensität und die alles verzehrende Natur der Liebe und des Glücks, das sie bringen kann.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Enjambement
- Wie jauchzt meine Seele Und singet in sich!
- Hyperbel
- Zu eng wird das Zimmer
- Kontrast
- Wie glänzet das Feld, / Die Täler voll Schimmer
- Rhetorische Frage
- Und frag ich und sinn ich, / Wie so mir geschehn?