Glaubensbekenntnis

Lisa Baumfeld

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O, ich glaub′ an weite Märchenauen, Die im Wolkenland der Seele blauen, - Und an Engel, die mit Schönheit laben, Blondes Haar und weisse Hände haben; Und ich höre in des Waldes Knistern Tausend feine Elfenstimmen flüstern, - Seh′ die scheuen, lockigen Najaden, Blasse Glieder weich in Mondschein baden, - Kann an hastig hellen Wassern lauschen Wie so viele Thränen darin rauschen …

Und ich glaube an die gold′nen Schwellen, Wo die wirren, rothen Düfte quellen, Wo im Winde hohe Lilien schaukeln, Wo dich Träume wundersam umgaukeln.

Und ich glaub′ an flammende Cadenzen, Die im ew′gen Sternenrhythmus glänzen, Die in tiefen, hehren Melodien Alle Schöpfung ahnungsschwer durchziehen, Und ich weiss, - dass selbst die harten Töne Einst zerschmelzen in das Ewig-Schöne, - Dass im Leben, das dich müde wiegt, Ein Symbol, ein Weites, Gold′nes, liegt.

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Illustration zu Glaubensbekenntnis

Interpretation

Das Gedicht "Glaubensbekenntnis" von Lisa Baumfeld ist ein lyrisches Bekenntnis zu einer romantischen, mystischen Weltsicht. Die Sprecherin drückt ihren Glauben an eine märchenhafte, von Schönheit und Magie durchdrungene Welt aus. Sie glaubt an Engel, Elfen und Najaden, an goldene Schwellen und flammende Cadenzen. Diese Elemente stehen für eine idealistische, transzendente Realität, die jenseits der alltäglichen, "harten" Welt liegt. Die Sprecherin beschreibt eine Welt voller Farben, Klänge und Düfte. Sie hört das Flüstern der Elfen im Wald, sieht Najaden im Mondschein baden und lauscht dem Rauschen der Wasser. Diese sinnlichen Eindrücke verstärken die magische Atmosphäre des Gedichts und betonen die tiefe Verbundenheit der Sprecherin mit der Natur. Die Natur wird als Ort der Verzauberung und des Geheimnisvollen dargestellt, ein Ort, an dem Träume wahr werden können. Das Gedicht schließt mit der Überzeugung, dass selbst die härtesten Töne des Lebens letztlich im "Ewig-Schönen" aufgehen werden. Dies deutet auf eine optimistische Weltsicht hin, in der auch Schmerz und Leid einen Sinn haben und in eine höhere, schönere Realität münden. Das Leben selbst wird als Symbol für etwas Weites und Goldenes gesehen, was auf eine tiefe spirituelle oder philosophische Bedeutung hindeutet. Das Gedicht ist somit ein Plädoyer für die Kraft der Fantasie und des Glaubens an eine schönere, magischere Welt.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Metapher
Ein Symbol, ein Weites, Gold′nes
Personifikation
im Wolkenland der Seele blauen