Gewitter

August Stramm

1914

Schwarz fletscht in Weiß Die blauspielfrohen Dünste starren hagelgelb. Helle flackert Täubt zu Boden. Wüten Steinigt Schlossen! Tottoll krallet um die Nacht. Matt aufadert Blau das Recken Bebet bäumet Wuchtet Hebt sich Stemmt die Fäuste Hartscharfkantig Schellet Wolken Hellet Aengste Steht und streckt sich Packt das Gurgeln Und zerwürgt es Nach ihm stürzend Sich verbeißend Kollernd rollend In Die Leere! Augen Schleiern auf und schluchzen! Tränen Wellen Lösen Schrecken! Lichter Grellen Hoch im Bogen! Klänge Schwingen Freie Starke Sonnsiegklänge!

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Illustration zu Gewitter

Interpretation

Das Gedicht "Gewitter" von August Stramm beschreibt die Gewalt und Intensität eines Gewitters durch eine Reihe von kraftvollen Bildern und Metaphern. Das Gedicht beginnt mit der Beschreibung der dunklen Wolken, die sich gegen den weißen Himmel abheben und hagelgelbe Dünste werfen. Die Blitze werden als helle Flackern beschrieben, die zu Boden fallen und die Landschaft in ein Chaos aus Wut und Zerstörung verwandeln. Die Gewitterwolken werden als schließend und um die Nacht krallet beschrieben, was die überwältigende Kraft des Sturms verdeutlicht. Im zweiten Teil des Gedichts wird die Intensität des Gewitters weiter gesteigert. Die Wolken werden als hart, scharf und kantig beschrieben, was ihre zerstörerische Kraft unterstreicht. Die Wolken scheinen die Ängste der Menschen zu erhellen und zu verstärken, während sie sich aufrichten und ihre Fäuste stemmen. Das Gedicht beschreibt die Gewitterwolken als etwas, das das Gurgeln packt und erstickt, was die überwältigende und erdrückende Natur des Sturms verdeutlicht. Die Wolken stürzen sich nach dem Gurgeln und beißen sich in es hinein, was die zerstörerische Kraft des Sturms weiter verstärkt. Im letzten Teil des Gedichts wird die Intensität des Gewitters allmählich nachlassen. Die Augen der Menschen werden als verschleiert und weinend beschrieben, was die Erleichterung und das Ende des Sturms symbolisiert. Die Tränen werden als Wellen beschrieben, die den Schrecken lösen und die Landschaft wieder in Ordnung bringen. Die Lichter werden als grell und hoch beschrieben, was die Hoffnung und das Licht am Ende des Sturms symbolisiert. Die Klänge werden als frei und stark beschrieben, was die Befreiung und den Sieg der Sonne über das Gewitter symbolisiert.

Schlüsselwörter

schwarz fletscht weiß blauspielfrohen dünste starren hagelgelb helle

Wortwolke

Wortwolke zu Gewitter

Stilmittel

Alliteration
Schwarz fletscht in Weiß
Assonanz
blauspielfrohen Dünste
Bildsprache
Tränen Wellen Lösen Schrecken
Enjambement
In Die Leere!
Hyperbel
Und zerwürgt es
Metapher
Die blauspielfrohen Dünste starren hagelgelb
Onomatopoesie
Kollernd rollend
Personifikation
Matt aufadert Blau das Recken
Symbolik
Sonnsiegklänge