Gewissheit
1899Sei geduldig! Nimm gelassen, Wie der Tage Kette gleitet: Anfang, der nicht zu erfassen, Ende nicht. Und die sich breitet, Mitte, ziellos, offner, enger, Laß sie zögern, laß sie schweifen: Unerbittlich wird ein strenger Kreis zuletzt Dich einbegreifen.
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Interpretation
Das Gedicht "Gewissheit" von Maria Luise Weissmann thematisiert die unaufhaltsame Vergänglichkeit der Zeit und die menschliche Suche nach Sinn und Gewissheit im Leben. Die Zeit wird als eine Kette dargestellt, deren Anfang und Ende unergründlich sind, während die Mitte sich ziellos und offen entfaltet. Der lyrische Ich appelliert an die Geduld und Gelassenheit, um mit den Unsicherheiten und dem Fluss des Lebens umzugehen. In den folgenden Versen wird die Vorstellung eines Kreises eingeführt, der am Ende alles umfassen und einbegreifen wird. Dieser Kreis symbolisiert möglicherweise den Kreislauf des Lebens, den ewigen Kreislauf von Geburt, Tod und Wiedergeburt oder die ultimative Gewissheit, die sich erst am Ende des Lebens offenbart. Die Verwendung des Wortes "strenger" deutet darauf hin, dass dieser Kreis unausweichlich und unerbittlich ist, unabhängig von den Bemühungen des Einzelnen, ihn zu kontrollieren oder zu verstehen. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine Botschaft der Akzeptanz und des Vertrauens in den natürlichen Lauf der Dinge. Es ermutigt den Leser, geduldig zu sein und die Unsicherheiten des Lebens zu akzeptieren, da am Ende eine größere Gewissheit und ein tieferes Verständnis erreicht werden. Die poetische Sprache und die metaphorische Verwendung von Zeit und Kreis schaffen eine nachdenkliche und introspektive Atmosphäre, die den Leser dazu einlädt, über die Bedeutung und den Zweck des eigenen Lebens nachzudenken.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Unerbittlich wird ein strenger Kreis
- Bildsprache
- Mitte, ziellos, offner, enger
- Hyperbel
- Anfang, der nicht zu erfassen, Ende nicht
- Metapher
- Wie der Tage Kette gleitet
- Personifikation
- Nimm gelassen