Gesellschaftslied

August von Kotzebue

1819

Es kann ja nicht immer so bleiben Hier unter dem wechselnden Mond; Es blüht eine Zeit und verwelket, Was mit uns die Erde bewohnt.

Es haben viel fröhliche Menschen Lang vor uns gelebt und gelacht; Den Ruhenden unter dem Rasen Sei fröhlich dies Gläschen gebracht!

Es werden viel fröhliche Menschen Lang nach uns des Lebens sich freun, Uns Ruhenden unter dem Rasen Den Becher der Fröhlichkeit weihn.

Wir sitzen so traulich beisammen Wir haben einander so lieb, Erheitern einander das Leben; Ach, wenn es doch immer so blieb'!

Doch weil es nicht immer so bleibet, So haltet die Freunde recht fest; Wer weiß denn, wie bald uns zerstreuet Das Schicksal nach Ost und nach West!

Und sind wir auch fern von einander, So bleiben die Herzen doch nah! Und Alle, ja Alle wird’s freuen, Wenn Einem was Gutes geschah.

Und kommen wir wieder zusammen, Auf weise verhüllter Bahn, So knüpfen ans fröhliche Ende Den fröhlichen Anfang wir an!

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Illustration zu Gesellschaftslied

Interpretation

Das Gedicht "Gesellschaftslied" von August von Kotzebue thematisiert die Vergänglichkeit des Lebens und die Wichtigkeit, die Gegenwart zu genießen. Es beginnt mit der Erkenntnis, dass nichts ewig währt und dass alles, was die Erde bewohnt, eine Zeit lang blüht und dann verwelkt. Dies wird als Erinnerung daran genutzt, dass auch die Freude und das Leben selbst vergänglich sind. In den folgenden Strophen wird die Idee aufgegriffen, dass viele fröhliche Menschen vor uns gelebt haben und dass auch nach uns viele Menschen das Leben genießen werden. Das Gedicht fordert dazu auf, die Momente der Gemeinschaft und des Zusammenseins zu schätzen und zu feiern, da diese vergänglich sind. Es wird betont, dass man die Freundschaften festhalten soll, da das Schicksal die Menschen in verschiedene Richtungen zerstreuen kann. Abschließend wird die Hoffnung ausgedrückt, dass man sich wieder treffen wird und die fröhlichen Momente wieder aufnehmen kann, unabhängig von der Zeit und dem Ort. Das Gedicht vermittelt eine Botschaft der Verbundenheit und des Zusammenhalts, die über die physische Anwesenheit hinausgeht und die Herzen auch über Distanzen hinweg verbunden hält.

Schlüsselwörter

fröhliche einander bleiben viel menschen lang ruhenden rasen

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Stilmittel

Alliteration
Es blüht eine Zeit und verwelket
Anapher
Es können viel fröhliche Menschen / Es werden viel fröhliche Menschen
Bildsprache
Hier unter dem wechselnden Mond
Gleichnis
Auf weise verhüllter Bahn
Kontrast
Wir sitzen so traulich beisammen / Wir haben einander so lieb
Metapher
Den Ruhenden unter dem Rasen
Personifikation
Das Schicksal nach Ost und nach West
Rhythmus
Es können viel fröhliche Menschen / Lang vor uns gelebt und gelacht
Symbolik
Der Becher der Fröhlichkeit