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Gesellschaft

Von

Rück her, es soll uns nicht reuen!
Ein jeder treibt ja im Wind –
Wir wollen uns heute freuen,
Daß wir beisammen sind!

Und gibt es kein Verstehen,
Wir tuen, als gäb‘ es eins –
Ein Licht, im Traume gesehen,
Ist immer noch besser als keins!

Und eine Wahrheit verbindet
Uns beide jedenfalls:
Daß jeder sucht und nicht findet
Im armen Reichtum des Alls.

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Gedicht: Gesellschaft von Hanns von Gumppenberg

Kurze Interpretation des Gedichts

Das Gedicht „Gesellschaft“ von Hanns von Gumppenberg feiert in knappen Strophen die Gemeinschaft, die in einer Welt der Orientierungslosigkeit und des individuellen Strebens nach Sinn eine tröstliche Zuflucht bietet. Der erste Abschnitt ruft zu einem unbeschwerten Zusammensein auf, frei von Bedauern, da jeder Mensch ohnehin „im Wind“ treibt, also den Unwägbarkeiten des Lebens ausgesetzt ist. Die Betonung des „Freuens“ und des „Beisammenseins“ deutet auf eine Sehnsucht nach Verbundenheit und Geborgenheit hin, ein Wunsch, dem Gefühl der Isolation und der Sinnlosigkeit zu entkommen.

Die zweite Strophe wirft einen tieferen Blick auf die menschliche Existenz und die Schwierigkeit, echtes Verständnis und Gewissheit zu erlangen. Das „kein Verstehen“ wird nicht als tragischer Umstand gewertet, sondern mit einer gewissen Ironie durch das „Tun, als gäb‘ es eins“ abgefangen. Der Vergleich mit einem „Licht, im Traume gesehen“ unterstreicht die Illusion, die das menschliche Dasein oft prägt. Doch selbst diese vermeintliche Erkenntnis, diese flüchtige Hoffnung, wird der Abwesenheit jeglichen Lichts vorgezogen, was auf die Notwendigkeit der Selbsttäuschung oder der gegenseitigen Unterstützung in einer dunklen Welt hindeutet.

Die abschließende Strophe formuliert eine gemeinsame Wahrheit, die alle Anwesenden verbindet. Die Erkenntnis, dass jeder Mensch im „armen Reichtum des Alls“ sucht, aber letztlich nicht findet, schafft eine Basis der Empathie und des Verständnisses. Der scheinbare Widerspruch zwischen „armem Reichtum“ deutet auf die paradoxe Natur des menschlichen Lebens hin: Obwohl die Welt reich an Möglichkeiten und Erfahrungen ist, bleibt die Suche nach einem festen Sinn und nach echter Erfüllung oft vergeblich. In dieser gemeinsamen Erfahrung des Suchens und Nicht-Findens liegt die Kraft der Gemeinschaft, die in diesem Gedicht beschworen wird.

Insgesamt ist das Gedicht ein melancholisches, aber auch tröstliches Bekenntnis zur Bedeutung von Gemeinschaft in einer Welt, in der die Suche nach Sinn oft ins Leere führt. Es reflektiert die menschliche Sehnsucht nach Verbundenheit und das Verständnis für die gemeinsame Suche nach Glück und Sinn in einer oft sinnlosen Existenz. Die Sprache ist einfach und klar, die Reime unterstreichen die Melancholie und die tröstliche Wirkung der Gemeinschaft, die das Gedicht vermitteln möchte.

Weitere Informationen

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Lizenz und Verwendung

Dieses Gedicht fällt unter die „public domain“ oder Gemeinfreiheit. Gemeinfreiheit bedeutet, dass ein Werk nicht (mehr) durch Urheberrechte geschützt ist und daher von allen ohne Erlaubnis des Urhebers frei genutzt, vervielfältigt und verbreitet werden darf. Sie tritt meist nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist ein, z. B. 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Weitere Informationen dazu finden sich hier.