Gesegnete Mahlzeit

Theodor Storm

1852

Sie haben wundervoll diniert; Warm und behaglich rollt ihr Blut, Voll Menschenliebe ist ihr Herz, Sie sind der ganzen Welt so gut.

Sie schütteln zärtlich sich die Hand, Umwandelnd den geleerten Tisch, Und wünschen, daß gesegnet sei Der Wein, der Braten und der Fisch.

Die Geistlichkeit, die Weltlichkeit, Wie sie so ganz verstehen sich! Ich glaube, Gott verzeihe mir, Sie lieben sich herzinniglich.

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Illustration zu Gesegnete Mahlzeit

Interpretation

Das Gedicht "Gesegnete Mahlzeit" von Theodor Storm schildert eine Gesellschaftsszene, in der sich wohlhabende und angesehene Personen nach einem üppigen Mahl versammeln. Die Atmosphäre ist von Wärme und Gemütlichkeit geprägt, was sich in der Beschreibung des warmen und behaglichen Blutes der Gäste widerspiegelt. Ihre Herzen sind voller Menschenliebe, und sie fühlen sich der ganzen Welt gegenüber als gut. Diese Darstellung vermittelt einen Eindruck von Harmonie und Zufriedenheit unter den Teilnehmern. Die Handlung setzt sich fort mit dem zärtlichen Händeschütteln der Gäste, während sie den Tisch umrunden, an dem das Mahl stattgefunden hat. Sie wünschen sich gegenseitig, dass der Wein, das Braten und der Fisch gesegnet seien, was auf eine gewisse Religiosität und den Wunsch nach göttlichem Beistand hindeutet. Die Erwähnung von Geistlichkeit und Weltlichkeit zeigt die Anwesenheit beider gesellschaftlicher Schichten, die sich in diesem Moment perfekt verstehen und harmonieren. Die abschließende Zeile bringt eine persönliche Reflexion des lyrischen Ichs zum Ausdruck. Es glaubt, dass Gott ihm verzeihen möge, wenn er die aufrichtige Zuneigung und das herzliche Verhältnis zwischen den Anwesenden anerkennt. Diese Aussage könnte als ironischer Kommentar auf die scheinbare Heuchelei oder Oberflächlichkeit der Szene verstanden werden, bei der das äußere Zeigen von Zuneigung und Frömmigkeit im Vordergrund steht.

Schlüsselwörter

wundervoll diniert warm behaglich rollt blut voll menschenliebe

Wortwolke

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Stilmittel

Alliteration
Sie haben wundervoll diniert
Gegensatz
Die Geistlichkeit, die Weltlichkeit
Ironie
Ich glaube, Gott verzeihe mir, Sie lieben sich herzinniglich
Metapher
Voll Menschenliebe ist ihr Herz
Parallelismus
Der Wein, der Braten und der Fisch
Personifikation
Wärme und Behaglichkeit rollt ihr Blut
Wiederholung
Sie schütteln zärtlich sich die Hand