Gesang zu Vater Stillings Fest

Max von Schenkendorf

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Den 12. September 1815.

Erschalle laut aus frommer Brust, O heller Klang der Lieder! Der Herr, der Ursprung unsrer Lust, Blickt segnend auf uns nieder. Der nimmer von den Seinen läßt, Hat Haus und Fest Mit reicher Huld gesegnet.

Der auf dem Friedensbogen stand, Als es genug geregnet, Der segnend in dem fremden Land Dem Abraham begegnet, Er läßt schon so viel tausend Jahr′ Die, welche sein wird, ist, und war, Die ew′ge Liebe walten.

Komm′ aus dem alten Cedernhain, Aus Patriarchen-Hütten, Komm′, Einfalt, züchtig, fromm und fein Mit kindlich milden Sitten! Laß unser Leben, unsern Gang, Dies Haus auch bleiben dir zum Dank Ein Bild aus alten Zeiten.

O Vater, freundlich, stark und mild, Der hier im Hause waltet, Bist uns des ew′gen Vaters Bild, Der nimmermehr veraltet. So blühe fort in Gottes Stärk′, Gleich rüstig stets zum frommen Werk, Du theure Zier der Greise.

Die Zeit geht ihren ernsten Gang, Doch Gott ist′s, dem wir wallen; Hallelujah, der Lobgesang, Soll ewig ihm erschallen! Und , der geprüfte Mann, Führ′ lang noch seine Kinder an Zum süßen Lobe Gottes.

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Illustration zu Gesang zu Vater Stillings Fest

Interpretation

Das Gedicht "Gesang zu Vater Stillings Fest" von Max von Schenkendorf ist ein Lobgesang anlässlich eines Geburtstagsfestes. Der Sprecher ruft zu einem lauten, frommen Gesang auf, der vom Herrn gesegnet wird. Es wird betont, dass der Herr, der Ursprung ihrer Freude ist, segnend auf sie herabblickt und Haus und Fest mit reicher Gnade gesegnet hat. Der Sprecher erwähnt auch den Herrn, der auf dem Friedensbogen stand und Abraham im fremden Land segnete. Die ewige Liebe Gottes wird als walend beschrieben. Im zweiten Teil des Gedichts wird die Einfalt aus dem alten Cedernhain und den Patriarchen-Hütten gerufen. Die Einfalt soll mit kindlich milden Sitten und züchtigem Wesen kommen. Der Sprecher wünscht sich, dass ihr Leben und Gang in diesem Haus ein Bild aus alten Zeiten bleibt, als Dank an die Einfalt. Im dritten Teil richtet sich der Sprecher direkt an den Vater, der im Haus waltet. Er wird als freundlich, stark und mild beschrieben und als Abbild des ewigen Vaters, der niemals veraltet. Der Sprecher wünscht dem Vater, dass er in Gottes Stärke weiterblüht und stets bereit ist für fromme Werke. Der Vater wird als teure Zier der Greise bezeichnet. Im letzten Teil des Gedichts wird betont, dass die Zeit ihren ernsten Gang geht, aber sie in Gott wandeln. Der Lobgesang soll ewig zu Gott erschallen. Der Sprecher erwähnt einen geprüften Mann, der seine Kinder weiterhin zum süßen Lob Gottes führt.

Schlüsselwörter

segnend läßt haus komm alten gang bild gottes

Wortwolke

Wortwolke zu Gesang zu Vater Stillings Fest

Stilmittel

Alliteration
Komm′, Einfalt, züchtig, fromm und fein
Anapher
Der Herr, der Ursprung unsrer Lust, Blickt segnend auf uns nieder.
Enjambement
Die Zeit geht ihren ernsten Gang, Doch Gott ist's, dem wir wallen;
Hyperbel
Der nimmer von den Seinen läßt, Hat Haus und Fest Mit reicher Huld gesegnet.
Metapher
Der Herr, der Ursprung unsrer Lust
Personifikation
Erschalle laut aus frommer Brust
Symbolik
Den 12. September 1815