Gesang der Wale
1863Nun schwimmen wir wieder ohne Begehren, Wir ahnen der Welten Sehnsuchtsziel - Und wollen uns Garnichts weiter erklären, Wir bleiben beim großen Ahnungsspiel. Und tun wir auch vielen Skorpionen leid, Wir sind doch die Weisen - im Narrenkleid.
Wo du auch hinüberfliehst, Niemals kommst Du an das letzte Ziel! Preise jede Welt und auch die Sterne. Alles, was du hier so siehst, Ist ja nur ein feines Lichterspiel, Eine große Wunderweltlaterne.
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Interpretation
Das Gedicht "Gesang der Wale" von Paul Scheerbart handelt von der Weisheit und Gelassenheit der Wale, die durch die Welt schwimmen, ohne ein bestimmtes Ziel zu verfolgen. Sie haben eine Ahnung vom Sinn der Welt, wollen sich aber nicht weiter damit beschäftigen und bleiben bei ihrem "Ahnungsspiel". Obwohl sie vielen anderen Lebewesen, wie den Skorpionen, leid tun, betrachten sie sich selbst als die wahren Weisen, die in Narrenkleidern stecken. Das Gedicht vermittelt die Botschaft, dass es keine ultimative Wahrheit oder ein endgültiges Ziel im Leben gibt. Egal wohin man flieht, man wird nie das letzte Ziel erreichen. Stattdessen sollte man jede Welt und auch die Sterne preisen und die Schönheit und das Wunder des Lebens genießen. Alles, was man sieht, ist nur ein feines Lichterspiel, eine große Wunderweltlaterne, die man bewundern und schätzen sollte. Das Gedicht lädt den Leser ein, die Welt mit den Augen der Wale zu betrachten und die Gelassenheit und Weisheit dieser Tiere zu übernehmen. Es ermutigt dazu, sich nicht zu sehr auf die Suche nach dem Sinn des Lebens zu konzentrieren, sondern die Schönheit und das Wunder des Augenblicks zu genießen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Hyperbel
- Wo du auch hinüberfliehst, Niemals kommst Du an das letzte Ziel!
- Metapher
- Wir bleiben beim großen Ahnungsspiel
- Personifikation
- Wir ahnen der Welten Sehnsuchtsziel
- Symbolik
- Eine große Wunderweltlaterne
- Vergleich
- Alles, was du hier so siehst, Ist ja nur ein feines Lichterspiel