Gemeinplatz

Paul Scheerbart

1863

Ich lobe mir die Freiheit auf den Gassen, Jedoch das Weib soll man zu Hause lassen.

Anhören

Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Illustration zu Gemeinplatz

Interpretation

Das Gedicht "Gemeinplatz" von Paul Scheerbart ist eine kurze, aber prägnante Aussage über die Freiheit in der Öffentlichkeit und die Rolle der Frau im häuslichen Bereich. Die ersten beiden Zeilen preisen die Freiheit auf den Straßen, was auf eine positive Einstellung zur öffentlichen Freiheit hindeutet. Doch die dritte Zeile bringt eine Einschränkung, indem sie Frauen auffordert, zu Hause zu bleiben. Dies impliziert eine traditionelle Geschlechterrolle, in der Frauen als weniger geeignet für die öffentliche Freiheit angesehen werden. Die Struktur des Gedichts ist einfach und direkt, was die Botschaft noch verstärkt. Die Kürze und Klarheit der Aussage lässt vermuten, dass es sich um einen "gemeinen Platz" handelt, also um eine weit verbreitete Meinung oder Überzeugung. Die Verwendung des Wortes "Gemeinplatz" im Titel deutet darauf hin, dass die Aussage des Gedichts als selbstverständlich oder nicht hinterfragt angesehen wird. Die Interpretation dieses Gedichts könnte darauf hindeuten, dass Scheerbart die gesellschaftlichen Normen und Erwartungen seiner Zeit kritisiert. Indem er eine scheinbar akzeptierte Meinung in einem Gedicht darstellt, regt er den Leser dazu an, über die Ungerechtigkeit und den Widerspruch in solchen Ansichten nachzudenken. Das Gedicht könnte als eine Einladung verstanden werden, die traditionellen Geschlechterrollen und die damit verbundenen Freiheiten in Frage zu stellen.

Schlüsselwörter

lobe freiheit gassen jedoch weib soll hause lassen

Wortwolke

Wortwolke zu Gemeinplatz

Stilmittel

Antithese
Ich lobe mir die Freiheit auf den Gassen, jedoch das Weib soll man zu Hause lassen
Parallelismus
Ich lobe mir die Freiheit auf den Gassen, jedoch das Weib soll man zu Hause lassen