Gemahnt dich noch das
1868Gemahnt dich noch das schöne bildnis dessen Der nach den schluchten-rosen kühn gehascht Der über seiner jagd den tag vergessen Der von der dolden vollem seim genascht?
Der nach dem parke sich zur ruhe wandte Trieb ihn ein flügelschillern allzuweit Der sinnend sass an jenes weihers kante Und lauschte in die tiefe heimlichkeit
Und von der insel moosgekrönter steine Verliess der schwan das spiel des wasserfalls Und legte in die kinderhand die feine Die schmeichelnde den schlanken hals.
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Interpretation
Das Gedicht "Gemahnt dich noch das" von Stefan George erzählt von einer nostalgischen Erinnerung an eine vergangene Zeit, in der ein junger Mann von der Schönheit der Natur und der Freiheit des Lebens fasziniert war. Der Dichter fragt den Leser, ob er sich noch an das Bild des Mannes erinnert, der in den Schluchten nach Rosen suchte, den Tag bei der Jagd vergaß und sich an den süßen Saft der Dolden labte. Diese Bilder evozieren eine idyllische und unbeschwerte Jugend, in der der Mensch im Einklang mit der Natur stand. Die zweite Strophe beschreibt, wie der Mann nach einem Tag voller Abenteuer in den Park zurückkehrte, um sich zur Ruhe zu begeben. Doch ein Flügelschrecken trieb ihn zu weit, und er saß nachdenklich am Ufer eines Weihers und lauschte in die tiefe Heimlichkeit der Natur. Diese Passage vermittelt ein Gefühl von Ruhe und Kontemplation, aber auch von einer gewissen Melancholie, da der Mann sich von der Welt um ihn herum angezogen fühlt. Die letzte Strophe führt eine neue Figur ein, einen Schwan, der vom Spiel des Wasserfalls auf einer moosbedeckten Insel kommt und dem jungen Mann eine feine, schmeichelnde Halskette in die Hand legt. Diese Geste symbolisiert eine Verbindung zwischen Mensch und Natur, eine Art von Segen oder Bestätigung für den Mann, der sich in der Wildnis verloren hat. Der Schwan könnte auch als Metapher für die Schönheit und Reinheit der Natur dienen, die den Menschen inspiriert und ihm Trost spendet. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine tiefe Verbundenheit mit der Natur und eine Sehnsucht nach einer verlorenen Unschuld und Freiheit.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- der dolden vollem seim genascht
- Anapher
- Der nach den schluchten-rosen kühn gehascht, Der über seiner jagd den tag vergessen, Der von der dolden vollem seim genascht
- Enjambement
- Gemahnt dich noch das schöne bildnis dessen / Der nach den schluchten-rosen kühn gehascht
- Hyperbel
- Der über seiner jagd den tag vergessen
- Metapher
- Der nach den schluchten-rosen kühn gehascht
- Personifikation
- Und lauschte in die tiefe heimlichkeit
- Symbolik
- der dolden vollem seim genascht
- Synästhesie
- Verliess der schwan das spiel des wasserfalls