Gellert′s Grabschrift

Christian Friedrich Daniel Schubart

1777

Hier liegt - steh Wanderer, und schau! Die Wahrheit schreibt: " Der beste Mann für eine Frau - Und unbeweibt. »Der beste Vater eines Sohns - Und ohne Sohn. “Der Würdigste des größten Lohns - Und ohne Lohn. »Der erste Weise seiner Zeit Und ohne Rang. »Es lauschten alle Söhne Teut′s, Wenn Gellert sang. »Sein Lohn ist dieser schlechte Stein. - -

Der Wandrer geht, Wünscht alles in der Welt zu seyn, Nur kein Poet.

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Interpretation

Das Gedicht "Gellert's Grabschrift" von Christian Friedrich Daniel Schubart ist eine ironische Grabinschrift für den Dichter Christian Fürchtegott Gellert. Das Gedicht beschreibt, wie Gellert trotz seiner herausragenden Eigenschaften als Mann, Vater, Weiser und Dichter unbelohnt und unerkannt blieb. Die Grabinschrift betont, dass Gellert der "beste Mann für eine Frau" war, aber unverheiratet blieb, der "beste Vater eines Sohns", aber ohne Sohn, der "würdigste des größten Lohns", aber ohne Lohn, und der "erste Weise seiner Zeit", aber ohne Rang. Dennoch hörten alle Söhne Teutons zu, wenn Gellert sang, was auf seine Bedeutung als Dichter hinweist. Die Ironie des Gedichts liegt darin, dass Gellert trotz seiner herausragenden Eigenschaften und seiner Bedeutung als Dichter unbelohnt und unerkannt blieb. Die Grabinschrift betont, dass sein Lohn lediglich ein "schlechter Stein" ist, was auf die mangelnde Anerkennung und Wertschätzung hinweist, die er zu Lebzeiten erfahren hat. Das Gedicht endet mit den Worten des Wanderers, der sich wünscht, alles in der Welt zu sein, nur kein Poet, was die Schwierigkeiten und Entbehrungen verdeutlicht, die mit dem Leben eines Dichters einhergehen können.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Alliteration
schlechte Stein
Ironie
Sein Lohn ist dieser schlechte Stein
Kontrast
Wünscht alles in der Welt zu seyn, Nur kein Poet
Metapher
Hier liegt - steh Wanderer, und schau!
Paradox
Der erste Weise seiner Zeit Und ohne Rang