Gekämpft hat meine Barke...

Elisabeth Kulmann

1825

Gekämpft hat meine Barke Mit der erzürnten Fluth. Ich seh′ des Himmels Marke, Es sinkt des Meeres Wuth.

Ich kann dich nicht vermeiden, O Tod nicht meiner Wahl! Das Ende meiner Leiden Beginnt der Mutter Qual.

O Mutterherz, dich drücke Dein Schmerz nicht allzusehr! Nur wenig Augenblicke Trennt uns des Todes Meer.

Dort angelangt, entweiche Ich nimmermehr dem Strand: Seh′ stets nach dir, und reiche Der Landenden die Hand.

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Interpretation

Das Gedicht "Gekämpft hat meine Barke" von Elisabeth Kulmann beschreibt eine Reise durch stürmische Gewässer, die als Metapher für das Leben und seine Herausforderungen dient. Die "erzürnte Fluth" symbolisiert die Schwierigkeiten und Leiden, denen der Sprecher gegenübersteht. Doch am Ende des Gedichts zeigt sich eine Wende, da sich die Wut des Meeres legt und der Himmel eine Richtung vorgibt, was auf eine Lösung oder ein Ende der Kämpfe hindeutet. Der zweite Teil des Gedichts thematisiert den unausweichlichen Tod, der als "Tod nicht meiner Wahl" bezeichnet wird. Der Sprecher erkennt, dass sein Leiden ein Ende finden wird, doch dies bringt gleichzeitig die Qual der Mutter mit sich. Die Mutter wird als fürsorgliche Figur dargestellt, deren Herz von Schmerz erfüllt ist, da sie den Verlust ihres Kindes befürchten muss. Im letzten Abschnitt des Gedichts appelliert der Sprecher an das Herz der Mutter, nicht zu sehr von Schmerz überwältigt zu werden. Er versichert ihr, dass der Tod sie nur für kurze Zeit trennen wird, symbolisiert durch das "Meer des Todes". Der Sprecher verspricht, am Ufer zu bleiben und stets auf die Mutter zu blicken, um ihr schließlich die Hand zu reichen. Dies deutet auf eine Hoffnung auf Wiedersehen im Jenseits hin und bietet Trost für die trauernde Mutter.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Metapher
dort angelangt, entweiche ich nimmermehr dem Strand
Personifikation
des Meeres Wuth