Geistesgruß
1749Hoch auf dem alten Turme steht Des Helden edler Geist, Der, wie das Schiff vorübergeht, Es wohl zu fahren heißt.
“Sieh, diese Senne war so stark, Dies Herz so fest und wild, Die Knochen voll von Rittermark, Der Becher angefüllt;
“Mein halbes Leben stürmt ich fort, Verdehnt′ die Hälft in Ruh, Und du, du Menschenschifflein dort, Fahr immer, immer zu!”
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Interpretation
Das Gedicht "Geistesgruß" von Johann Wolfgang von Goethe erzählt von der Erscheinung des edlen Geistes eines Helden auf einem alten Turm. Der Geist blickt auf ein vorüberfahrendes Schiff und wünscht ihm eine gute Reise. Der Held erinnert sich an seine eigene Stärke und Wildheit, an seinen Rittermut und sein ausschweifendes Leben, das er zur Hälfte stürmisch und zur Hälfte ruhig verbracht hat. Er gibt dem Schiff den Rat, immer weiterzufahren und das Leben in vollen Zügen zu genießen. Das Gedicht ist in vier Strophen mit je vier Versen geschrieben. Die Reime sind durchweg paarweise und der Rhythmus ist regelmäßig. Die Sprache ist bildhaft und voller Metaphern, die die Themen Stärke, Mut und Lebenslust verdeutlichen. Der Turm symbolisiert die Vergänglichkeit des Lebens und die Vergänglichkeit der menschlichen Existenz. Das Schiff steht für die Reise des Lebens und die Fahrt in eine ungewisse Zukunft. Das Gedicht vermittelt eine positive und optimistische Botschaft über das Leben. Der Held ermutigt das Schiff und damit den Leser, das Leben zu genießen und immer weiterzufahren, auch wenn es Höhen und Tiefen gibt. Das Gedicht regt zum Nachdenken über die eigene Lebensreise an und ermutigt dazu, das Leben in vollen Zügen zu genießen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Mein halbes Leben stürmt ich fort, verdehnt die Hälft in Ruh
- Apostrophe
- Des Helden edler Geist, der, wie das Schiff vorübergeht, es wohl zu fahren heißt
- Hyperbel
- Diese Senne war so stark, dieses Herz so fest und wild
- Imperativ
- Fahr immer, immer zu
- Metapher
- Die Knochen voll von Rittermark