Gegenwart
1790Fern in des Lebens Ocean gebannt, Liegt hinter uns, in glanzerfüllten Weiten, Ein blühend Eden längst entflohner Zeiten, Und vor uns starrt ein unbekanntes Land,
Aus dem zurück noch nie ein Wandrer fand, Auf das sich Nacht und Finsterniß verbreiten; Doch treibt uns hie, wie sehr wir ringen, streiten, Des rauhen Schicksals allgewalt′ge Hand.
So ist die Gegenwart des steten Strebens Beschwerter Kampf nach fern verhülltem Ziel; Der stummbewegten Wellen leichtes Spiel,
Ist unser Muth, ist uns′re Kraft vergebens, Doch glänzt zum Trost die Hoffnung, mild und still, Als Leitgestirn im Nachtorkan des Lebens.
Anhören
Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Interpretation
Das Gedicht "Gegenwart" von Joseph Christian von Zedlitz handelt von der menschlichen Existenz in der Gegenwart, die als ein Kampf und eine Anstrengung zwischen einer vergangenen, idealisierten Zeit und einer unbekannten, bedrohlichen Zukunft dargestellt wird. Die Gegenwart wird als ein ständiges Streben nach einem fernen, verborgenen Ziel beschrieben, das von den rauen Kräften des Schicksals angetrieben wird. Das Gedicht vermittelt eine melancholische Stimmung, die durch die Erkenntnis der Vergänglichkeit und der Ungewissheit des Lebens geprägt ist. Die Gegenwart wird als ein Kampf und eine Anstrengung zwischen einer vergangenen, idealisierten Zeit und einer unbekannten, bedrohlichen Zukunft dargestellt. Die Vergangenheit wird als ein "blühendes Eden" beschrieben, das hinter uns liegt und in "glanzerfüllten Weiten" versunken ist. Dies symbolisiert eine Zeit des Glücks und der Schönheit, die jedoch längst vorbei ist. Die Zukunft wird als ein "unbekanntes Land" dargestellt, aus dem noch nie ein Wanderer zurückgefunden hat. Dies deutet auf eine ungewisse und möglicherweise gefährliche Zukunft hin, die von Nacht und Finsternis umgeben ist. Die Gegenwart wird als ein ständiges Streben nach einem fernen, verborgenen Ziel beschrieben, das von den rauen Kräften des Schicksals angetrieben wird. Das Schicksal wird als eine "allgewaltige Hand" personifiziert, die uns antreibt und antreibt, auch wenn wir ringen und kämpfen. Dies symbolisiert die menschliche Existenz als einen Kampf gegen die Widrigkeiten des Lebens und die Unvermeidlichkeit des Schicksals. Das Gedicht vermittelt eine melancholische Stimmung, die durch die Erkenntnis der Vergänglichkeit und der Ungewissheit des Lebens geprägt ist. Das Gedicht endet mit einer hoffnungsvollen Note, die durch die Erwähnung der "Hoffnung" als "Leitgestirn im Nachtorkan des Lebens" zum Ausdruck kommt. Die Hoffnung wird als ein mildes und stilles Licht dargestellt, das den Menschen in der Dunkelheit und dem Sturm des Lebens Trost spendet. Dies symbolisiert die menschliche Fähigkeit, auch in den schwierigsten Zeiten Hoffnung und Zuversicht zu bewahren.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Metapher
- Der stummbewegten Wellen leichtes Spiel
- Personifikation
- Die Hoffnung, mild und still, als Leitgestirn im Nachtorkan des Lebens