Gefunden
1749Ich ging im Walde So für mich hin, Und nichts zu suchen, Das war mein Sinn.
Im Schatten sah ich Ein Blümchen stehn, Wie Sterne leuchtend, Wie Äuglein schön.
Ich wollt es brechen, Da sagt es fein: Soll ich zum Welken Gebrochen sein ?
Ich grubs mit allen Den Würzlein aus, Zum Garten trug ichs Am hübschen Haus.
Und pflanzt es wieder Am stillen Ort; Nun zweigt es immer Und blüht so fort.
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Interpretation
Das Gedicht "Gefunden" von Johann Wolfgang von Goethe handelt von einem zufälligen Fund im Wald, der zu einer tiefen Erkenntnis führt. Der Sprecher geht ohne besonderen Zweck durch den Wald und entdeckt dabei eine Blume, die wie ein Stern leuchtet und wie ein schönes Auge aussieht. Diese Beschreibung verleiht der Blume eine fast menschliche Qualität und weckt die Aufmerksamkeit des Sprechers. Die Blume scheint jedoch zu spüren, dass der Sprecher sie pflücken möchte, und fragt, ob sie zum Welken gebracht werden soll. Diese Frage lässt den Sprecher innehalten und überdenken, was er tut. Anstatt die Blume zu brechen, entscheidet er sich dafür, sie mit ihren Wurzeln auszugraben und an einen ruhigen Ort in seinem Garten zu pflanzen. Diese Handlung zeigt eine Veränderung in der Einstellung des Sprechers von der Zerstörung zur Bewahrung und Pflege. Am Ende des Gedichts blüht die Blume weiter und gedeiht an ihrem neuen Ort. Dies symbolisiert die Idee, dass durch Fürsorge und Respekt vor der Natur Leben und Schönheit erhalten und sogar gesteigert werden können. Das Gedicht vermittelt eine Lektion über die Wichtigkeit, die Natur zu schützen und zu pflegen, anstatt sie auszubeuten oder zu zerstören.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Würzlein aus
- Hyperbel
- Nun zweigt es immer Und blüht so fort
- Metapher
- Wie Sterne leuchtend, Wie Äuglein schön
- Personifikation
- Da sagt es fein: Soll ich zum Welken Gebrochen sein ?
- Symbolik
- Blümchen