Geführt vom sang...
1868Geführt vom sang der leis sich schlang Dir ward er leicht der ufergang. Ich sah der höhen dichten rauch Verjährtes laub und distelstrauch.
Dein auge schweift schon träumerisch Auf eine erde gabenfrisch Denn dein gedanke flattert fort Voraus zu einem sichern hort.
Ich frage noch: wer kommt wenn sanft Die gelbe primel nickt am ranft Und sich das wasser grün umschilft Der mir den mai beginnen hilft?
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Interpretation
Das Gedicht "Geführt vom sang..." von Stefan George beschreibt eine Reise oder einen Weg, der von einem Gesang geleitet wird. Der erste Vers deutet darauf hin, dass der Gesang sanft und umhüllend ist, was den Gang am Ufer erleichtert. Der Sprecher hingegen sieht die höheren Regionen, die von Rauch und verwelktem Laub geprägt sind, was auf eine düstere oder vergangene Atmosphäre hindeutet. Im zweiten Teil des Gedichts wird eine andere Perspektive eingeholt. Das Auge des anderen schweift träumerisch über eine fruchtbare Erde, was auf eine hoffnungsvolle oder zukunftsorientierte Sichtweise hindeutet. Der Gedanke des anderen flattert bereits voraus zu einem sicheren Ort, was auf eine Sehnsucht oder eine Erwartung hindeutet. Im letzten Teil des Gedichts stellt der Sprecher eine Frage, die auf eine Erwartung oder ein Warten hindeutet. Die gelbe Primel, die sanft nickt, und das grüne Wasser, das den Mai einleitet, symbolisieren möglicherweise den Frühling oder eine neue Zeit. Die Frage, wer kommt, könnte sich auf eine Person oder ein Ereignis beziehen, das mit dem Eintritt des Mai oder der neuen Zeit in Verbindung steht.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildsprache
- Ich sah der höhen dichten rauch
- Frage
- Ich frage noch: wer kommt wenn sanft
- Metapher
- Der mir den mai beginnen hilft
- Personifikation
- Und sich das wasser grün umschilft